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Jede Person verarbeitet den Tod eines geliebten Menschen anders. In dieser Ab21-Ausgabe sprechen wir mit Johanna darüber, wie sie mit dem plötzlichen Tod ihres großen Bruders umgegangen ist und eine Trauercoachin erklärt, weshalb Trauer für uns so wichtig ist.

"Ich wusste, wenn ich meine Trauer anspreche, dass das für meine Familie eine zusätzliche Belastung sein könnte und das wollte ich nicht."
Johanna über ihren Umgang mit Trauer

Der große Bruder von Johanna verstarb, als sie gerade einmal acht Jahre alt war. Ihre Trauer darüber habe sie beinahe zehn Jahre lang verdrängt – auch um keine zusätzliche Belastung für ihre Eltern zu sein. Denn die hätten selbst versucht, sie vor ihrer eigenen Trauer um ihren Sohn zu schützen. "Deshalb habe ich an dem Tag abends schon angefangen, so zu tun, als wäre gar nichts passiert", sagt sie. Welche Auswirkungen das auf ihr Leben hatte und warum sich Johanna inzwischen ihre Trauer zugesteht, erzählt sie im Podcast.

Trauer äußert sich bei jedem Menschen anders

Alexandra Kossowski arbeitet als Trauercoachin und beschreibt Trauer als einen Anpassungsprozess. "Das ist eine Reaktion unseres Körpers und unseres Geistes darauf, dass wir einen geliebten Menschen verloren haben und es ist wichtig, dass wir diesen Prozess auch durchlaufen", sagt sie. Bei dieser sehr individuellen Verarbeitung sei es wichtig, dass wir auf unsere Gefühle hören und uns trauen "in die krassen, schwierigen Momente einzusteigen". Auf keinen Fall sollten wir unsere Gefühle von uns wegschieben und auch andere Menschen um Hilfe bitten, so die Trauercoachin.

Barbara Till (links) und Alexandra Kossowski (rechts) von The Funeralists
© Alexandra Kossowski
Barbara Till (links) und Alexandra Kossowski (rechts) von "The Funeralists" wollen allen Facetten des Todes einen Raum geben.

Lass dir helfen!

Bestimmte Dinge beschäftigen dich im Moment sehr? Du hast das Gefühl, in einer ausweglosen Situation zu stecken? Wenn du dir im Familien- und Freundeskreis keine Hilfe suchen kannst oder möchtest, findest du hier einige anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

  • Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichst du rund um die Uhr Mitarbeitende, mit denen du über deine Sorgen und Ängste sprechen kannst. Auch ein Gespräch via Chat oder E-Mail ist möglich.
  • Kinder- und Jugendtelefon: Der Verein "Nummer gegen Kummer" kümmert sich vor allem um Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter der Rufnummer 116 111.
  • Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeitenden von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Bei MuTeS arbeiten qualifizierte Muslime ehrenamtlich. Ein Teil von ihnen spricht auch türkisch.
  • Hier findest du eine Übersicht von Telefon- und Online-Beratungen in Deutschland: suizidprophylaxe.de.

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