Bald könnten viele Jobs von Robotern erledigt werden. Darum hat sich Bill Gates jetzt für eine Robotersteuer ausgesprochen. Damit könnte zum Beispiel das bedingungslose Grundeinkommen oder Umschulungen von Arbeitern finanziert werden.

Der taiwanesische Computerhersteller Foxconn will in Zukunft nur noch mit Robotern arbeiten und alle menschlichen Fabrikarbeiter entlassen. Und in Japan haben Versicherungen schon damit begonnen, sogar Sachbearbeiter im Büro durch eine Künstliche Intelligenz zu ersetzen. Nicht nur für Bill Gates dürfte klar sein: Roboter, Maschinen und Künstliche Intelligenz (KI) verdrängen zunehmend menschliche Arbeitsplätze, ohne dass in gleichem Maße neue Arbeit für Menschen entsteht.

Die Robotersteuer sinnvoll investieren

Verlieren die Menschen ihre Jobs, dann entgeht dem Staat dadurch eine Menge Einkommenssteuer, über die viele Staatsleistungen finanziert werden. In einem Interview mit dem Onlinemagazin Quarz fordert Gates deshalb, Roboter genau so zu besteuern, wie den Arbeiter.

"Right now, if a human worker does 50.000 Dollars worth of work in a facotory that income is taxed - if a robot comes in and does the same thing, you’d think that we'd tax the robot at a similar level."
Bill Gates Microsoft-Gründer

Die Steuer, so Gates, könne zum Beispiel genutzt werden, um das bedingungslose Grundeinkommen zumindest in Teilen zu finanzieren. Das hatte auch schon Tesla-Chef Elon Musk vorgeschlagen. Weiterhin könne das Geld auch für Umschulungen der Arbeiter in zukunftsfähige Berufe genutzt werden. Auch brauche es viel mehr Menschen, die sich um Ältere oder Kinder mit speziellen Bedürfnissen kümmern, so Gates. Berufe in der Pflege oder Pädagogik erforderten "menschliche Empathie und Verständnis" und dort seien Menschen durch Roboter nur schwer ersetzbar.

Es droht der Lobby-Krieg

Wie realistisch die Pläne von Bill Gates sind, lässt sich schwer beurteilen, ziemlich sicher aber ist: Die Unternehmen werden alles daran setzen, eine solche Steuer zu verhindern. Auf europäischer Ebene waren sie darin gerade schon sehr erfolgreich. Das EU-Parlament hat der EU-Kommission jüngst Vorschläge für strikte Robotikregeln vorgelegt und dabei eine Robotersteuer auf Druck der Industrie explizit abgelehnt, schreibt das Blog Futurezone.

Was spricht gegen die Steuer?

Der Branchenverband International Federation of Robotics (IFR) mahnt an, dass eine Robotersteuer Unternehmen unnötig belasten und Innovationen behindern würde. Auch stellt sich die Frage, wie eine Robotersteuer genau geregelt werden soll. Ab wann zum Beispiel ersetzt ein Algorithmus einen Arbeitsplatz? Trotzdem, der Umbau der Arbeitswelt, der in den nächsten 20 Jahren ansteht, muss organisiert und irgendwie gesteuert werden, so Gates, denn zu vielen Menschen drohe sonst der Verlust ihrer Lebensgrundlage. Darum müsse sich der Staat kümmern, sagt der Microsoft-Gründer, die Wirtschaft könne dieses Problem nicht lösen.