Vor der Corona-Pandemie waren Einwegverpackungen für viele Menschen ein No-Go. Seit es aber darum geht, die Ansteckungsgefahr mit dem neuartigen Coronavirus möglichst gering zu halten, werden Mehrwegsysteme oft vernachlässigt.

Als im Zuge der Corona-Sicherheitsmaßnahmen gastronomische Betriebe, wie Restaurants und Cafés, ihren Service nur noch To-Go anbieten konnten, haben wir viele Speisen und Getränke in Einmalbehältern erhalten. Die Angst vor einer Infektion mit dem Virus über selbst mitgebrachte Behälter war groß, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Grit Eggerichs. Das Problem: Durch Einwegverpackungen entsteht mehr Müll.

Trugschluss: Einwegverpackungen seien hygienischer

In den USA und Großbritannien zum Beispiel haben einige Kommunen ihre Verbote für Plastiktüten und Einwegverpackungen zeitweise ausgesetzt. Ihre Argumentation: Einmalverpackungen seien hygienischer als mitgebrachte Mehrwegbehälter. Studien haben diesen Aspekt bisher allerdings noch nicht bestätigt.

Wichtig ist: Hygieneregeln beachten

Den Schutz vor Viren und Bakterien wahren und Gästen gleichzeitig ermöglichen, Mehrwegbehälter zu verwenden – das geht auch, erklärt der Lebensmittelverband Deutschland in einem Merkblatt. Entscheidend hierbei ist das Einhalten der Hygieneregeln.

"Das Personal soll und darf Mehrwegbehälter annehmen, es müssen aber eben ein paar Hygieneregeln beachtet werden."
Grit Eggerichs, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das bedeutet: Die Aufgabe des Kunden ist es, auf die Sauberkeit der Mehrwegbehälter zu achten. Um diese angemessen zu reinigen, brauchen sie lediglich etwas Spülmittel und heißes Wasser.

Sind die Dosen, Gefäße und Tüten der Kunden hingegen offensichtlich verschmutzt, muss das Personal sie ablehnen, so der Lebensmittelverband. Hier seien Einwegbehälter dann die Alternative.

Wenn die Behälter sauber sind, können Gastronomen beispielsweise Gäste ihre Dosen auf ein Tablett stellen lassen. Der Vorteil: Die Angestellten und andere Oberflächen kommen so kaum mit den mitgebrachten Mehrwegverpackungen in Kontakt. Anschließend gilt auch für die Mitarbeitenden des Restaurants oder Cafés: Oberflächen reinigen und Hände waschen, so der Lebensmittelverband.

"An den Hygieneregeln hat sich durch die Pandemie nicht grundsätzlich was geändert. Wir achten jetzt halt besser drauf."
Grit Eggerichs, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das Problem: Wie rein die Mehrwegbehälter der Kunden tatsächlich sind, können die Angestellten vor Ort nicht überprüfen. Ein potenzielles Infektionsrisiko könnte demnach eines ihrer Argumente für Einwegverpackungen bleiben.

Generell gilt aber: In Deutschland ist die Benutzung von Mehrwegverpackungen erlaubt – auch in Corona-Zeiten.