Vier Jahrzehnte Flüchtlingsströme als Sound. Das hat der Künstler Brian Foo geschafft. Er hat aus den nackten Zahlen zu Flüchtlingen weltweit einen Song komponiert. Statistik wird hörbar.

Seit Anfang dieses Jahres sind etwa 137.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflüchtet. Die Medien berichten. Wir sehen Bilder, die uns schockieren. Aber irgendwie bleiben diese Statistiken und Zahlen auch unfassbar. Vielleicht kann uns das Hören den Schicksalen näher bringen? Das will Brain Foo mit seinem Projekt Distance from Home.

Der Künstler hat abstrakte Flüchtlingszahlen in Sound verpackt und zwar gleich Mengen an Daten. Es geht um knapp vier Jahrzehnte Flüchtlingsströme - von 1975 bis 2012. Die Zahlen hat Brian vom UNHCR, dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen.

Der New Yorker hat einen Algorithmus programmiert, der aus den Flüchtlingszahlen einen Song macht. Je mehr Menschen auf der Flucht sind, desto mehr Instrumente sind zu hören. Aber nicht nur das wird vertont. Auch wie weit die Menschen von zu Hause entfernt sind. Diese durchschnittliche Distanz zwischen der Heimat und dem Land, in dem sie Asyl suchen, drückt Brian mit der Länge und der Tiefe der Töne aus.

Und Brian hat noch einen dritten Faktor in seinem Song umgesetzt: Nämlich die Anzahl der Länder mit mindestens tausend Flüchtlingen. Je mehr Länder es pro Jahr gibt, desto mehr verschiedene Instrumente sind zu hören.

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