Michael Fritz kennt das Leben als Pfandjäger im Schlauchboot auf Festivals. Er ist eines von elf Gründungsmitgliedern von Viva con Agua. Das einfache Prinzip von Viva con Agua: Ehrenamtliche Helfer sammeln auf Festivals und bei Heimspielen des Vereins St. Pauli Pfandbecher ein. Die Einnahmen werden in Trinkwasser-Projekte in Entwicklungsländern gesteckt.

Den Anstoss für die Aktion gab 2005 ein Schulfreund von Michael Fritz, nämlich Profifußballer Benjamin Adrion. Er reiste 2005 für den FC St. Pauli ins Wintertrainingslager auf Kuba. Schockiert von der schlechten Trinkwasserversorgung beschloss er, sich nach seiner Rückkehr für eine Verbesserung einzusetzen.

Zusammen mit der Welthungerhilfe organisierte Viva con Agua Aktionen, um Spendengelder zu sammeln. Mit diesem ersten Projekt von Viva con Agua wurden 153 Kindergärten und vier Sportinternate mit sauberem Trinkwasser versorgt. Inzwischen engagiert sich der Verein in 15 Projektländern, vor allem in Ostafrika.

"Aktuell haben 660 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser."

Hauptsächlich sind es die freiwilligen Helfer, die durch ihren Einsatz Gelder einnehmen, die der seit 2006 eingetragene Verein dann in den Bau von Brunnen und Sanitäranlagen investiert. Auch Michael hat bis 2009 "hauptamtlich ehrenamtlich" gearbeitet. Möglich gemacht haben das seine Eltern.

"Eine Grundregel bei uns ist: Alles, was wir machen, muss uns selber Spaß machen. Und wir verbinden Freizeit und Job sehr miteinander."

In den vergangenen zehn Jahren wurden mehr als zwei Millionen Euro gesammelt. Dieses Geld sicherte die Trinkwasserversorgung von 200.000 Menschen. Viva con Agua versteht sich als offenes Netzwerk und hat Mitglieder, die in der Schweiz, in Österreich, Spanien und Deutschland aktiv sind.

Lösche nicht nur deinen eigenen Durst

Durch die Organisation von Festivals, die Kooperation mit Musikern wie Gentleman oder Marteria und Aktionen wie einem Tramprennen - verschiedene Helfer trampen zu einem bestimmten Ziel - macht der Verein auf die Trinkwasser-Probleme in Entwicklungsländern aufmerksam. 2010 wurde die Viva con Agua Wasser GmbH gegründet, die Mineralwasser in Flaschen verkauft und darüber zusätzliche Spendengelder einnimmt. Die Flaschen fungieren gleichzeitig als Flyer, die den Verein noch bekannter machen sollen.

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