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Mit Strafen lässt sich den Impfdränglerinnen und Impfdränglern nicht gut beikommen, mit persönlicher Transparenz vielleicht schon, sagt die Philosophin Rita Molzberger.

Impfdrängler und Impfvordränglerinnen, so heißen inzwischen verharmlosend Menschen, die sich schon gegen Covid-19 haben impfen lassen, obwohl andere, gefährdetere Menschen ihre Dosis hätten bekommen sollen. Zu den Drängelnden gehören bislang Kommunalpolitiker, kirchliche Würdenträger und Polizisten. Sie haben gegen die Impfreihenfolge verstoßen.

Klare Ansagen könnten da helfen, sagt die Philosophin Rita Molzberger. Sie führt aus: "Wichtig ist Transparenz. Ganz persönlich deutlich machen, warum andere zuerst dran sind, dass da echte Menschen benachteiligt werden, wenn ich mich vordrängele." In manchen Fällen wird die Verwendung von Impfstoffresten wohl nur zum Schutz behauptet.

"Hier gibt es keine drängende Situation, sondern eine drängelnde Person. Es gibt keine Situation, in der das klar zu verantworten ist."
Rita Molzberger, Philosophin

Strafen bis zu 25.000 Euro für drängelnde Menschen sind im Gespräch. Besonders wirksam sei das Strafen allerdings nicht, findet die Philosophin Rita Molzberger. Das zeige sich im Bereich der Kriminalität. Grundsätzlich findet sie es wenig erstrebenswert, unser Zusammenleben auf der Grundlage von Angst und Strafe zu gestalten.

"Strafen sind kein gutes pädagogisches Mittel. Sie sind nicht besonders wirksam. Selbst wenn man drastische Strafen auslobt, werden trotzdem Straftaten begangen."
Rita Molzberger, Philosophin

Statt mit Strafen zu arbeiten, könnten die Vordrängelnden auch Publicity-Effekt für die Impfkampagne bringen. Rita Molzberger sagt augenzwinkernd: "Im Extremfall macht man eine Werbekampagne draus: Guck mal wie wertvoll das ist, andere drängeln sich schon vor."

Abweichung von der Impfreihenfolge

Eigentlich ist die Folge der zu Impfenden klar geregelt. Nach der ersten kommt die zweite, schließlich die dritte Prioritätsgruppe. Nachdem dort alle Impfwilligen geimpft worden sind, wird die Impfung für alle volljährigen Bürgerinnen und Bürger möglich sein.

In anderen Fällen wiederum kann durchaus einfach vorhandener Impfstoff verimpft worden sein. Für diesen Vorgang hat sich das Wort Spontanimpfung etabliert, sagt die Philosophin Rita Molzberger amüsiert.

"Hier wird nichts erschlichen. Die Situation gebietet, dass die Impfenden und die Zuimpfenden zueinanderkommen. Das schöne Wort war Spontanimpfung."
Rita Molzberger, Philosophin