Nur die Bundeswehr ausstatten reicht nicht - wie die deutsche Rüstungsindustrie überleben kann, ohne zweifelhafte Regime zu unterstützen.

Es gibt einen Streit in Deutschland - zwischen der Rüstungsindustrie und dem Wirtschaftsminister. Der Hintergrund: Sigmar Gabriel will in absehbarer Zeit die Rüstungsexporte zurückfahren. Die Rüstungsindustrie ist darüber natürlich wenig begeistert. Sie fordert genauso behandelt zu werden, wie in anderen Ländern auch. So können die Kollegen in den USA oder in Russland ungehemmt Waffen in nahezu jedes Land der Erde liefern. In Deutschland gibt es viele moralische und ethische Bedenken.

"In der deutschen Rüstungsindustrie gibt es hoch qualifizierte Beschäftigte, die anderen Branchen mit Kusshand genommen werden."

80.000 Menschen arbeiten in der deutschen Rüstungsindustrie - viele davon sibd hochqualifizierte Techniker, die auch in anderen Branchen mit Kusshand genommen würden, erzählt Herbert Wulf, Gründer der Non-Profit-Organisation Internationales Konversionszentrum Bonn (BICC). Schwieriger sei es für Rüstungsfirmen auf zivile Produkte umzusatteln. Wenn also eine Firma, die bislang Panzer gebaut hat, auf einmal Schneepflüge herstellen will. Auch weil dieser Markt schon von anderen Playern besetzt ist.

Die Bundeswehr reicht nicht aus

Die Rüstungsindustrie in Deutschland kann nicht davon leben, wenn sie ausschließlich die Bundeswehr ausstattet. Die Unternehmen stehen also vor der Frage, ob sie in alle Welt exportieren wollen und so möglicherweise zweifelhafte Regime unterstützen. Eine mögliche Lösung: Geschäfte mit Partnern in der Europäischen Union.