Das Ausmaß der Schäden nach Stürmen bewerten US-amerikanische Behörden auch danach, in welchem Betriebszustand die Filialen einer Fast-Food-Kette sind. Dafür gibt es sogar ein Ampelsystem.

Nach dem Hurrikan Florence kommt der Waffle-House-Index wohl auch wieder zum Einsatz, der kurz gesagt darüber Auskunft gibt, wie groß die Schäden sind, die ein Sturm angerichtet hat.

Waffle House ist eine Gastronomie-Kette in den USA mit 2000 Filialen. Sie bietet unter anderem Waffeln an, aber auch Herzhaftes wie gebratene Eier und Speck – und sie ist bekannt dafür, dass sie während eines Hurrikans lange geöffnet bleibt oder zumindest so schnell wie möglich wieder öffnet. Im Regelfall haben die Filialen 24/7 geöffnet.

Anleitung, was bei Sturm zu tun ist

Und so kommt es auch, dass die US-amerikanischen Behörden unter anderem den Betriebszustand der Waffle-House-Filialen als Index dafür nehmen, wie groß die Sturmschäden sind. Dafür hat die Federal Emergency Management Agency, der amerikanische Katastrophenschutz, sogar ein Ampelsystem entwickelt:

  • Grün: Kleine Schäden, es gibt Strom. Waffle House mehr oder weniger im normalen Betrieb.
  • Gelb: Begrenztes Angebot in den Filialen und möglicherweise Probleme bei der Stromversorgung. Eier werden zum Beispiel auf Gaskochern gebraten.
  • Rot: Läden haben geschlossen, es ist mit schwersten Schäden zu rechnen

In jeder Waffle-House-Filiale liegt angeblich ein "Storm Playbook" aus, also eine Anleitung, wie im Katastrophenfall ohne Strom und Wasser der Betrieb aufrecht erhalten werden kann. Das Unternehmen wirbt damit, betroffenen Menschen nach einem Sturm oft das erste warme Essen anbieten zu können.

Hurrikan Florence groß, langsam - und dadurch gefährlich

1,7 Millionen Bewohner in den USA haben wegen Hurrikan Florence Evakuierungsanordnungen oder -empfehlungen erhalten. Die höchsten Windgeschwindigkeiten werden im Laufe des Vormittags am 14.09.2018 erwartet. An der Küste sind die Wellen schon bis zu neun Metern hoch. Es gab bereits Sturmfluten. Mehr dazu im Audio hier:

Claudia Sarre, ARD-Korrespondentin USA
"Dieser Sturm drückt das Wasser an Land. Wir müssen uns auf verheerende Überflutungen gefasst machen."

Das Besondere an Florence: Er ist verglichen mit anderen Hurrikans sehr groß und recht langsam. Er hat dadurch viel Zeit, über mehrere Tage immense Schäden anzurichten.