Friedrich Merz soll der Parteichef sein – so wünscht es sich die Junge Union, der Jugendverband der CDU. In Dresden denkt man da etwas anders. Dort ist Norbert Röttgen der Favorit, erklärt Johannes Schwenk von der Jungen Union in Dresden. Doch zeige die Wahl zwischen drei Männern auch ein Kernproblem der CDU auf: Fachkräftemangel und fehlende Diversität.

Drei Kandidaten stellen sich zur Wahl um den CDU-Vorsitz: Friedrich Merz – ehemaliger CDU-Fraktionschef, der die Partei am liebsten wieder viel konservativer machen würde. Armin Laschet – Ministerpräsidenten in NRW, der eher für ein "Weiter so" steht. Norbert Röttgen – ehemaliger Bundesumweltminister mit außenpolitischem Profil, der gerne der Erneuerer sein würde. Ginge es nach der Jungen Union, dann würde Friedrich Merz das Rennen machen.

Röttgen medial präsenter

Der Kreisverband Dresden denkt da ein wenig anders. Dort war nach einer internen Befragung Norbert Röttgen der Favorit. "Röttgen hat im innerparteilichen Wettkampf besser performt", sagt Johannes Schwenk, JU-Kreisvorsitzender in Dresden.

"Norbert Röttgen hat im innerparteilichen Wettkampf besser performt."
Johannes Schwenk, Kreisvorsitzender der Jungen Union Dresden

Im Kern würden sich die aber Kandidaten nur in einzelnen Punkten unterscheiden. Zwar könnten die jungen CDUler auch mit einem Parteivorsitzenden Merz gut leben. Doch, was den Partei-Umbau betreffe, habe Norbert Röttgen im Vorfeld die richtigen Signale gesetzt, so Johannes Schwenk.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Norbert Röttgen sei medial präsenter und nutze die sozialen Medien sehr aktiv. Das sei ein wichtiger Punkt, denkt man zum Beispiel an die CDU-Schelte des Bloggers Reza und den Vorwurf, die Partei habe Digitalisierung nicht verstanden. Auch in Europa-Fragen setzte Norbert Röttgen mehr Akzente.

Röttgen kein Kanzlerkandidat

In Zukunft müsse die CDU jünger werden und eine Mitmachpartei sein. Es brauche mehr Partizipation von der Basis, so Johannes Schwenk. Hier müssten Fragen der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Ehrenamt angegangen werden. Eigentlich habe die CDU auch einen Fachkräftemangel. Die Kandidatur von drei Männern zeige das Kernproblem der Partei auf.

"Drei Männer, das zeigt das eigentliche Kernproblem dieser Partei. Wir haben ein Fachkräfteproblem und das manifestiert sich in dem, was aktuell zur Auswahl steht."
Johannes Schwenk, Kreisvorsitzender der Jungen Union Dresden

Die Partei müsse diverser werden, doch die Vorsitzenden-Frage müsse jetzt dringend geklärt werden. Zu lange sei die Diskussion schon in der Schwebe. Trotzdem seien die drei gute Kandidaten, doch zukünftig reiche das nicht aus.

Norbert Röttgen, wenn er gewählt wird, will erst mal nur den Parteivorsitz für sich in Anspruch nehmen. Das ist auch im Sinne von Johannes Schwenk. Aus Dresdner Sicht sei seine Ostpolitik einfach zu schwach, sagt der Kreisvorsitzende. Hier sei man mit Friedrich Merz, vielleicht auch mit Markus Söder, besser bedient. Außerdem müssten Parteivorsitz und Kanzleramt auch nicht in einer Hand liegen.