Sylt gilt als Insel der Reichen. Die Nordseeinsel sucht für ihre Stadt Westerland einen neuen Bürgermeister. Als mögliche Kandidatin wird Gabriele Pauli gehandelt, einst CSU und heute parteilos. Bislang hat sie wenig mit Sylt am Hut. Daniel Köhler fand das so absurd, dass er dachte: Dann kann ich auch antreten.

Ende November wird in Westerland auf Sylt ein neuer Bürgermeister gewählt. 20.000 Syltener dürfen dann abstimmen. Doch niemand will das Amt. Im April wurde per Stellenanzeige nach Bewerbern gesucht.

Im Gespräch ist seitdem Gabriele Pauli. Politikerin aus Bayern, einst CSU, heute parteilos. Bislang verbindet sie wenig mit Sylt. All das fand Daniel Köhler so absurd, dass er dachte: Dann stelle ich mich selbst zur Wahl. Der Journalist ist auch Bayer, lebt heute in Berlin, und hat bislang auch wenig mit Sylt am Hut. "Wenn Frau Pauli unter Umständen einfach diesen Posten kriegt, dann ist es auch mein demokratisches Recht dasselbe zu versuchen", sagt Daniel.

"Das ist keine reine Mediengeschichte für mich."
Daniel Köhler, Journalist und Wahlkämpfer auf Sylt

Seine Kandidatur hat satirische Züge, ganz sicher. Wahlslogan wie "Deiche statt Reiche" legen das nahe. Aber Daniel meint es auch ernst. Und falls er Bürgermeister werden sollte, dann wird er den Job antreten.

Um an der Wahl teilzunehmen, braucht er 135 Unterschriften. Daniel ist sich recht sicher, dass das zu schaffen ist. Viele Westerländer reagieren skeptisch, aber andere wünschen sich durchaus eine Wahl mit mehreren Kandidaten.

Und vielleicht kann er Wähler ja auch seinem Wahlprogramm locken. Daniel will gegen steigende Mieten vorgehen. Und jene, die ihre Häuser und Villen auf Sylt nur im Sommer bewohnen, sollen mehr Zweitwohnsteuer zahlen. Die Mehreinnahmen sollen dann in die Infrastruktur der Insel fließen. Also mehr Deiche dank der Reichen.