Bisher war über die großen, friedlichen Walhaie nur sehr wenig bekannt, nicht mal ihr Alter. Jetzt haben Forschende eine Methode gefunden, das Alter der Tiere zu bestimmen. Als außergewöhnliches Hilfsmittel dienten die Datierungen von Atombombentests.

Walhaie sind trotz ihrer beachtlichen Größe für den Menschen ungefährlich. Umgekehrt gilt das leider nicht: Wir Menschen fischen den Tieren ihre Nahrung weg oder vermüllen ihre Rückzugsorte. Deshalb steht der Walhai seit einigen Jahren auf der Liste der stark gefährdeten Arten, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kathrin Sielker.

"Der Walhai steht seit einigen Jahren auf der Roten Liste der stark gefährdeten Arten – nur drei Schritte entfernt von der Stufe 'ausgestorben'."
Kathrin Sielker, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Umso wichtiger ist es, nun mehr über den Walhai herauszufinden, um ihn bestmöglich schützen zu können. Eine Studie aus dem Frontiers in Marine Science-Magazine konnte nun erstmals das Alter der Tiere bestimmen – und das mit der Hilfe von Atombombentests.

Kohlenstoff-14 als Indikator

Als Hinweis auf das Alter sollte das radioaktive Isotop Kohlenstoff 14 (C-14) verwendet werden. Das Isotop kommt natürlicherweise in der Atmosphäre vor, bei Atombombenexplosionen wird es aber in doppelter Menge freigesetzt. Dadurch landet es in größeren Mengen in allen Ecken unseres Ökosystems, so auch im Meer. Über die Nahrungskette findet es dann schließlich seinen Weg in den Körper des Walhais.

Datierung der Atombombentests

Um mit der Hilfe von C-14 das genaue Alter bestimmen zu können, hatten die Forschenden folgenden Plan: Sie nahmen sich die Walhai-Wirbel zweier Walhaiskelette aus Pakistan und Tawain vor, denn diese Wirbel wachsen ähnlich wie die Ringe eines Baums. Diese Wirbel untersuchten sie auf das Vorkommen von C-14.

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Da die Atombombentests von Ländern wie USA, Russland oder auch Frankreich aus den 1950er und 1960er Jahren genau datiert werden können, konnten die Forschenden durch die Abstände des vorkommenden Isotops in den Wirbelringen das Alter der Walhaiskelette bestimmen.

Maximales Alter bleibt unbekannt

So fanden die Forschenden zum einen heraus, dass ein Ring eines Wirbels ein Jahr darstellt und die untersuchten Skelette 35 und 50 Jahre alt waren. Zuvor lagen die Schätzungen für das Alter der großen Tiere bei bis zu 100 Jahren, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kathrin Sielker.

Das konnte mit dieser Studie zwar nicht belegt werden, sie biete aber allen Forschern bei weiteren Untersuchungen die Möglichkeit, noch ältere Walhaie zu entdecken.