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Boko Haram verübt immer wieder Anschläge in Nigeria. Die Regierung reagiert mit äußerster Härte. Der Konflikt im Norden des Landes lässt sich so nicht lösen.

Terror in Nigeria: Erst ein Anschlag in der Hauptstadt Abuja, auf einen Busbahnhof voll mit Pendlern - nach offiziellen Angaben gibt es mindestens 70 Tote, laut Krankenhäusern mehr als 200. Später kam dann noch die Meldung, dass mehr als 100 Schülerinnen entführt worden sind.

"Die Islamisten wollen im Norden Nigerias einen Gottesstaat errichten und die Scharia einführen."
Britta Wagner, DRadio Wissen Nachrichtenredaktion

Bekannt hat sich bisher niemand. Die Regierung vermutet aber, dass die islamistische Terror-Gruppe Boko Haram hinter den Anschlägen steckt, sagt Britta Wagner aus der DRadio-Wissen-Nachrichtenredaktion. Der Name lässt sich mit "westliche Bildung ist Sünde" übersetzen. Das Ziel der Gruppe: Sie will im Norden Nigerias einen Gottesstaat errichten. 2009 ist ein groß angelegter Aufstand von Boko Harram fehlgeschlagen. Seitdem gibt es immer wieder Anschläge. Mit verheerenden Folgen: Die internationale Gesellschaft für Menschenrechte schätzt, dass seit 1999 rund 50.000 Menschen von Islamisten in Nordnigeria ermordet worden sind. Hunderttausende sollen auf der Flucht sein. Unter den Opfern sind nicht nur Christen, sondern auch Muslime, die die radikalen Ziele von Boko Haram ablehnen. Mittlerweile soll die Terrorgruppe auch Netzwerke in Nachbarstaaten wie Kamerun und Nigeria errichtet haben.

NGOs kritisieren Vorgehen der Regierung

Die nigerianische Regierung will mit aller Härte gegen Boko Haram vorgehen und setzt darauf, dass es sich dabei um ein vorübergehendes Phänomen handelt. Das Problem: Boko Haram ist mittlerweile militärisch sehr gut ausgestattet. Bei der Ausbildung soll sie mit Al-Kaida-Terroristen zusammenarbeiten. Außerdem gibt es immer wieder Berichte, dass die nigerianischen Sicherheitskräfte bei Ihren Einsätzen Gefangene foltern. 2013 sollen mehr als tausend Menschen in militärischen Centern exekutiert worden sein. Viele NGOs weisen deshalb immer wieder darauf hin, dass dieser Konflikt nicht militärisch zu lösen sei. Stattdessen sollte die Regierung lieber Armut und Korruption im Land bekämpfen.