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In der Pandemie sind die CO2-Emissionen gesunken. Trotzdem leben manche zurzeit weniger nachhaltig als vorher, was psychologisch erklärbar ist. Wie eine (nicht) nachhaltige Lebensweise und die Pandemie zusammen passen - darüber sprechen wir in dieser Ab 21.

Nici beschäftigt sich auf Instagram mit Nachhaltigkeit, ernährt sich vegan und kauft faire Kleidung. Doch in der Pandemie fällt ihr das schwerer. Sie nimmt zum Beispiel lieber Car-Sharing, statt sich aufs Rad zu setzen. "Ein kleines schlechtes Gewissen ist auf jeden Fall da", sagt Nici.

"Die Welt ist heute so, wie wir uns das vor eineinhalb Jahren nicht vorstellen konnten", sagt die Umweltpsychologin Marlis Wullenkord zu dieser Entwicklung. "Und unser Verhalten ist ganz stark von äußeren Umständen geprägt." So schaffen wir uns in Krisen- und Stresssituationen Gelegenheiten für bestimmte Verhaltensweisen, die wir sonst nicht hätten - auch beim Thema Nachhaltigkeit, die uns im Zweifelsfall auch mal egal ist, wenn wir es sonst schon nicht so einfach haben.

So kann es also passieren, dass einige von uns in der Pandemie weniger nachhaltig leben als früher - insgesamt nützt die Pandemie dem Klima aber. Die CO2-Emissionen sind zurückgegangen.

Daten über Nachhaltigkeit

  • In einer Umfrage der IUBH-Hochschule gaben ein Drittel der Befragten an, dass sie seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie einen klimafreundlicheren Lebensstil führen.
  • Das Wissens-Magazin Quarks hat verglichen, welcher Verzicht besonders viel CO2 einsparen würde. Wenn wir in Deutschland alle Inlandsflüge stoppen würden, dann würden wir zwei Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen. Bei einem allgemeinen Fleischverzicht wären es 31,8 Millionen Tonnen. Wenn wir aber alle Kohlekraftwerke abschalten würden, wäre das ein CO2-Ersparnis von 218,1 Millionen Tonnen. Das heißt laut dem Magazin: Beim Klimaschutz geht es überwiegend um große Unternehmen, statt kleine individuelle Entscheidungen.
  • Die Europäische Reisekommission befragte Reisende in Europa, welche Eigenschaften in Bezug auf Reise ihnen wichtiger sind als im vergangenen Jahr. Nur 5,3 Prozent der Befragten gaben an, dass Nachhaltigkeit für sie wichtiger geworden sei. Ganz vorne liegt Gesundheit und Sicherheit mit 23,6 Prozent.
  • 56 Prozent der Menschen in Deutschland ist es beim Einkaufen meistens oder immer wichtig, dass das Unternehmen, welches das Produkt anbietet, sozial und ökonomisch verantwortlich handelt. Das ergibt die Verbrauchs- und Medienanalyse aus dem Jahr 2020.