Der Froschmann, der am lautesten quakt, hat die besten Chancen bei den Weibchen. Zumindest so lange ihm kein listiger Nebenbuhler dazwischen funkt.

Jetzt im Frühsommer ist er wieder zu hören: der männliche Laubfrosch, der mit seinem Gequake nicht nur sein Revier markiert, sondern auch paarungsbereite Weibchen anlockt. Der Lärm der Laubfrösche kann in einer Entfernung von einem halben Meter bis zu 90 Dezibel erreichen. Damit sind sie die lautesten Quaker unter den mitteleuropäischen Froschlurchen. Die beachtliche Lautstärke erreichen die Frösche dank ihres großen Kehlkopfes und einer Schallblase am Hals, die wie ein Verstärker funktioniert.

Der Erfolg bei den Weibchen hat seinen Preis

Und tatsächlich: Die lautesten Frösche haben bei den Weibchen die besten Chancen. Das belegen wissenschaftliche Untersuchungen. Der Erfolg bei den Damen hat aber auch seinen Preis: Der nächtliche Gesang ist für die Frösche derart anstrengend, dass sie während der Balz rund 13 Prozent ihres Körpergewichts verlieren.

"Die lautesten Schreihälse haben bei den Damen die besten Chancen. Aber der Grundsatz 'ohne Fleiß kein Preis' wird von rund zwei Prozent der Männchen äußerst elegant unterlaufen."
DRadio-Wissen-Tierexperte Mario Ludwig

Längst nicht alle Männchen sind bereit, so viel Energie zu investieren. Rund zwei Prozent greifen stattdessen zu einer List: Sie verstecken sich in der Nähe eines anderen, möglichst stimmgewaltigen Männchens. Sobald sich ein Weibchen diesem Kontrahenten nähert, springt der Faulpelz aus seinem Versteck – und versucht, sich die Froschfrau unter den Nagel zu reißen. Oft mit Erfolg.

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