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Eine Mutation des Sars-Cov-2-Virus soll laut der britischen Regierung um bis zu 70 Prozent ansteckender sein als bisher. Nach Einschätzung des Kriminalbiologen Mark Benecke ist die Veränderung sehr ernst zu nehmen. Panik sei zwar nicht angebracht, aber wir sollten mehr denn je Masken tragen, Abstand halten und am besten zu Hause bleiben.

Wegen der besonders in Großbritannien verbreiteten Mutation des Coronavirus Sars-CoV-2 haben diverse Länder die Flugverbindungen mit Großbritannien eingestellt. Auch die Bundesregierung hat den Flugverkehr mit dem Vereinigten Königreich eingestellt. In mehreren EU-Staaten wurden einzelne Fälle der Mutation nachgewiesen.

Dass ein Virus mutiere, sei üblich. Manche verändern sich stärker, andere weniger, so Mark Benecke. Der Kriminalbiologe hat ein Buch über Viren geschrieben. Die Mutation des Virus, die sich in Großbritannien schnell verbreitet habe, sei allerdings sehr eindrucksvoll.

"Ich finde das ziemlich eindrucksvoll, wie stark sich der Virus verändert hat."
Mark Benecke, Kriminalbiologe

Wie gefährlich die Mutation werden könne, hänge davon ab, wie gut das mutierte Virus an die menschlichen Zellen andocken könne. Die Angaben englischer Wissenschaftler, die von einer Ansteckungsrate ausgehen, die um die 70 Prozent höher sei als bisher, seien ernstzunehmen. Hinzu komme, dass der Ansteckungswert um 0,4 bis zu 0,93 steigen könnte. Bei einem R-Wert von 1,1 könnte die Zahl bis auf zwei steigen. "Das würde heißen, das wir richtig tief in der Sch…. sitzen" , sagt Mark Benecke.

"Bei einer Vermehrungsrate von 1,1 könnte die Zahl bis auf zwei steigen. Das würde heißen, dass wir richtig tief in der Sch…. sitzen."
Mark Benecke, Kriminalbiologe

Anders als der Virologe Christian Drosten zeigt sich Mark Benecke deutlich beunruhigter. Die Mutation habe für ziemlich alle Menschen schlechte Eigenschaften. Etwa, dass Infizierte zwei Wochen lang nicht merken, dass sie infiziert seien und es so weiter verbreiten. Die aus der Infektion hervorgehende Covid-19-Erkrankung könne viele Folgen haben – unter anderem Lungenvernarbung, chronische Müdigkeit, oder Panikattacken, da das Virus, das Gehirn verändern könne.

Wichtiger denn je: Maske, Abstand, zu Hause bleiben

Auch wenn es derzeit keine Hinweise gäbe, dass Impfstoffe gegen die Mutation wirkunglos sein könnten, bleibe trotzdem eine Unsicherheit. Keinesfalls sollten wir jetzt in Panik verfallen, aber wir sollten die Mutation sehr ernst nehmen, sagt Mark Benecke. "Ich würde allen raten, noch mehr Abstand zu halten, noch mehr Maske zu tragen und noch mehr zu Hause zu bleiben."