Die Stiftung Warentest hat Trinkwasser getestet. Das Ergebnis: Leitungswasser ist aus mehreren Gründen besser als stilles Mineralwasser. Letzteres ist mitunter mit Keimen belastet.

Kistenschlepper oder Kran-Zapfer - für viele ist das fast eine Glaubensfrage. Die Stiftung Warentest hat nun 20 stille Mineralwasser getestet - und dazu noch das Leitungswasser in vielen deutschen Städten. Und gerade beim Leitungswasser bestätigt sich: Das Trinkwasser in Deutschland ist vielerorts gut:

Die Stiftung Warentest hat Proben in 20 Orten genommen - auch in Gegenden, wo beispielsweise viele Nutztiere gehalten werden und in Großstädten. Trotzdem war das Wasser überall tadellos.

"Alle Leitungswasser haben gut abgeschnitten, es wurden keine Grenzwerte überschritten."
Caro Bredendiek, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Allerdings: Unerwünschte Substanzen wurden schon entdeckt, zum Beispiel Röntgenkontrastmittel. Das wird etwa im Krankenhaus für bestimmte Untersuchungen gespritzt, und man scheidet das über den Urin wieder aus. Doch die gefundenen Mengen waren so klein, dass sie gesundheitlich unbedenklich sind.

Birgit Rehlender von der Stiftung Warentest rät dennoch dazu, dass wir als Verbraucher sorgsam sind und Medikamenten-Reste nicht einfach ins Klo schütten. Dasselbe gelte für Farben und Lacke oder aggressive Spezialreiniger.

"Wenn wir zu Hause Medikamente haben, die wir nicht mehr benötigen, dann gehören die auf keinen Fall ins Klo."
Birgit Rehlender, Stiftung Warentest

Keime im stillen Mineralwasser

Nicht so positiv war das Ergebnis bei den getesteten Mineralwässern - allesamt stille Wasser, die unterschiedlich verpackt waren: im Tetrapack, in Plastik- oder Glasflaschen. Die Tester haben in jedem zweiten Wasser Mängel festgestellt, etwa Keime. Volvic und Evian etwa bekamen nur das Urteil "befriedigend", weil sie kritische Stoffe enthalten, zum Beispiel Chrom. Zwei Bio-Wässer wurden sogar mit mangelhaft bewertet. Für Immunschwache könnten die gefundenen Keime ein Problem darstellen.

"In jedem zweiten getesteten Wasser haben die Forscher Keime gefunden oder andere kritische Stoffe."
Caro Bredendiek, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Wie die Keime ins Wasser gelangen, ist nicht ganz klar. Die Stiftung Warentest jedenfalls rät davon ab, stilles Wasser zu kaufen, denn es habe eine schlechtere Qualität und sei viel teurer als Leitungswasser.

Übrigens gibt es noch einen weiteren Grund, auf Leitungswasser zu setzen: In einem früheren Test fand die Stiftung Warentest nämlich heraus, dass Wasser in Plastik-Mehrwegflaschen mit Mikroplastik belastet ist. Über die gesundheitlichen Gefahren von Mikroplastik ist zwar noch nicht sehr viel bekannt. Umweltfreundlicher ist es aber in jedem Fall, wenn wir auf Verpackung und Transport der Wasserflaschen verzichten und stattdessen auf Leitungswasser setzen.