Im Rhein wird ein Jahr lang eine Falle getestet, die den Müll aus dem Fluss fischen soll. Felicitas Boeselager war bei der Installation der Müllfalle dabei und erklärt, wie sie funktioniert.

Laut Schätzungen des Umweltbundesamts gibt es in den Gewässern der Welt über 100 Millionen Tonnen Müll. Der gelangt laut Umweltorganisation Greenpeace über die Flüsse in die Weltmeere und offenen Gewässer.

Der Rhein zum Beispiel mündet in die Nordsee. In dem über 1200 Kilometer langen Fluss wird viel Müll vom Land mitgerissen wie liegen gelassene Grills oder Flaschen am Ufer. Damit sie nicht im Fluss landen, versuchen freiwillige Helfer*innen den Müll einzusammeln.

Das reicht aber nicht aus, sagt Christian Stock Vorsitzender des Vereins K.r.a.k.e. (Kölner Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit). Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit knapp dreihundert Freiwilligen den Ufermüll am Rhein zu beseitigen. Nun hat der Verein auch dafür gesorgt, dass eine Müllsammelanlage im Fluss selbst installiert wird.

Schwimmende Müllfalle im Rhein

K.r.a.k.e.-Mitglied Nico Schweigert hat die sogenannte Müllfalle das erste Mal in der Themse in London gesehen. Dort wurde sie eingesetzt, um Treibholz daran zu hindern, in Schiffe zu krachen. Der Verein hat die Falle für den Rhein nachbauen lassen, 160.000 Euro hat die sechs Meter lange Müllfalle für den Rhein gekostet. Nach vielen Auflagen wurde sie schließlich genehmigt.

"Damals war ich mit der Arbeit in London, bin da die Themse entlang geschlendert und dann waren da so schwimmende Geräte mit so einem Fangkorb in der Mitte."
Nico Schweigert, K.R.A.K.E. Mitglied

Der Nachbau sieht aus wie eine kleine blaue Schwimmplattform im Fluss. Mit metallischen Netzen, die in die Plattform eingelassen sind, wird der Müll aufgefangen. Eine Art Harke, die vor der schwimmenden Insel installiert ist, sorgt dafür, dass sich zum Beispiel keine Baumstämme in ihr verfangen und die Netze verstopfen.

Verankert wurde die Müllfalle an einer Stelle, an der sie die Schifffahrt nicht behindert, aber so viel Müll wie möglich sammeln kann.

Nachhaltige Erkenntnisse der Müllfalle

Den Abfall holen die Vereinsmitglieder mit einem Boot ab. Um den Müll aus den Körben zu holen, steigen sie hinein und schaufeln alles heraus, was sich darin angesammelt hat, und bringen den Müll ans Ufer.

Ein Jahr lang wird die Müllfalle getestet, so lautet die Genehmigung des Wasser- und Schifffahrtsamts. In dieser Zeit soll aber nicht nur Müll, sondern auch Erkenntnisse gesammelt werden.

"Da wird ein Monitoring stattfinden, zusammen mit der Uni Bonn gibt es eine wissenschaftliche Studie zum Müll."
Christian Stock, Vorsitzender K.R.A.K.E. e.V.

Zusammen mit der Universität Bonn wird der Müll untersucht. Dadurch kann unter anderem herausgefunden werden, wie viel Mikroplastik im Rhein schwimmt. Außerdem möchte Christian Stock, wenn die Müllfalle auf dem Rhein funktionieren sollte, sein Wissen an weitere Städte und Kommunen weitergeben.