Die Regierung in Kasachstan hat entschieden: Bald sollen keine kyrillischen Buchstaben mehr verwendet werden, sondern lateinische. Bis 2025 will das Land sein Alphabet einfach mal ändern.

Der Präsident Nursultan Nasarbajew will sich mit seiner Entscheidung kulturell abgrenzen, meint Deutschlandfunk-Nova-Reporter Markus Sambale: von der Sowjetvergangenheit und aktuell von Russland. Kasachstan ist wie viele Länder in Zentralasien wirtschaftlich, militärisch und kulturell eng an Russland gebunden.

Ab 2025 nur noch lateinische Schrift

"Mit der Abschaffung des kyrillischen Alphabets kann sich Kasachstan sehr deutlich von Russland abgrenzen und signalisieren 'wir haben etwas Eigenes.'"
Markus Sambale, Deutschlandfunk Nova

Diese Umstellung bedeutet für Kasachstan eine große Umwälzung. Bis 2025 soll alles im öffentlichen Raum in lateinischer Schrift stehen. Schulen, Kindergärten und Zeitungen beispielsweise müssen sich umstellen.

Eine so drastische und schnelle Umstellung ist in Kasachstan möglich, weil das Land sehr autoritär regiert ist. Der Präsident ist seit 30 Jahren an der Macht, öffentliche Kritik erntet er selten. Doch in diesem Falle ist es ein bisschen anders.

"Man sieht an anderen Ländern wie Usbekistan, das hat es vor 20 Jahren versucht, dass es sich Schritt für Schritt durchsetzen kann. Dort ist vieles in lateinischer Schrift, aber längst nicht alles."
Markus Sambale, Deutschlandfunk Nova

Kasachisch ist eine Turksprache und für viele Laute braucht es lateinische Buchstaben. Der Präsident will das mit Apostrophs in den Wörtern lösen, was Sprachexperten allerdings kritisieren. Nun gibt es Akzente, aber auch darüber gibt es Streit.

In den geplanten sieben Jahren wird die Umstellung also vielleicht nicht komplett klappen, meint Markus Sambale. Die Hälfte der jungen Menschen unter 30 hat sich in Umfragen aber für die Umstellung ausgesprochen.