Weihnachtsbäume sind nach wie vor beliebt, aber nicht nachhaltig. Die beste Alternative ist der Baum im Topf. Doch da gibt es einiges zu beachten.

Für viele Menschen gehört zu Weihnachten ein geschmückter Tannenbaum. Das zumindest legen die Zahlen nahe: In Deutschland werden jedes Jahr 20 Millionen Weihnachtsbäume gefällt. Die Bäume stehen dann für kurze Zeit im Wohnzimmer und landen später auf dem Müll. "Das ist natürlich eigentlich Wahnsinn", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Christian Schmitt. Nachhaltig ist das nicht.

Ein Weihnachtsbaum zum Wiederverwenden

Eine Alternative wäre ein Baum aus Plastik, der während der restlichen elf Monate im Keller oder auf dem Dachboden lagert und jedes Jahr aufs Neue seinen Weihnachtsauftritt feiern kann. "Da hatte ich die Hoffnung, dass sich das irgendwie CO2-mäßig rechnet", sagt Christian. Aber auch eine Kunststoff-Tanne ist nur eingeschränkt nachhaltig, nämlich dann, wenn sie 20 Jahre oder länger benutzt wird.

Denn die Herstellung von Kunststoff ist sehr energieaufwendig und es wird dabei CO2 freigesetzt. Außerdem kommen viele Plastikbäume aus China. Sie reisen also auf großen Containerschiffen um die halbe Welt – die Schiffe fahren mit Schweröl und schaden ebenfalls der Umwelt.

"Experten sagen: Wenn man einen Plastikweihnachtsbaum 20 Jahre lang benutzt. Dann hätte er eine positivere CO2-Bilanz gegenüber einem echten Baum."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Nachhaltiger wäre eine Tanne, die ihre Wurzeln behält und nicht nur für eine Saison als Weihnachtsbaum dient. Allerdings ist auch das nicht so einfach, denn entweder wächst ein Baum im Topf und steht draußen oder drinnen. Ein Hin und Her zwischen kalter Luft und Wohnzimmerwärme überleben die Bäume nicht, erklärt die Biologin Jasmin Schreiber: "Vor allem, wenn es draußen friert: Dann hat sich die Pflanze schon angepasst und ihren Wasserverbrauch extrem heruntergefahren."

Wenn der Baum zu Weihnachten dann in die Wohnung gestellt wird und es dort auf einmal trocken ist, stellt er seinen Wasserverbrauch wieder um, also benötigt mehr Wasser. Wird er nach Weihnachten dann wieder ins Freie gestellt, würde er verdursten.

"Mit einem Weihnachtsbaum im Topf hätte man natürlich die nachhaltigste Variante."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Wenn wir einen Weihnachtsbaum im Topf kaufen, gilt Folgendes zu beachten, ob der Baum draußen angebaut oder in einem Gewächshaus gewachsen ist. Denn das müssen wir dann genau so beibehalten: "Draußen-Baum bleibt draußen", sagt Christian. Entweder stellen wir ihn in einem Topf auf den Balkon oder die Terrasse. "Der Gewächshaus-Baum muss immer drinnen bleiben und darf nach Weihnachten nicht einfach ins Freie.

Das gilt übrigens auch für Mietweihnachtsbäume. Je nachdem, wo sie aufgewachsen sind, müssen sie drinnen oder draußen bleiben.

  • Moderator:  Thilo Jahn
  • Gesprächspartner:  Christian Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter