800 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Und 500 Millionen Menschen gelten als fettleibig. Auf der Welternährungskonferenz in Rom wird diskutiert, wie wir auf der Welt weniger Hunger und bessere Ernährung hinbekommen. Bis 2030. Eine ziemlich fette Aufgabe.

22 Jahre lang haben sich die Länder und Organisationen nicht getraut, eine solche Konferenz zu stemmen. Das Thema "Ernährung" scheint zu komplex und hat extrem viele verschiedene Facetten: Es geht zu wenig Essen und um die falsche Ernährung. Soziale Ungleichheit spielt eine Rolle, ebenso die unterentwickelte Landwirtschaft in einigen Staaten, Naturkatastrophen müssen berücksichtigt werden, aber auch die schlechte Behandlung von Frauen in vielen Ländern. Das komplette Thema "Welternährung" muss von vorne nach hinten durchdiskutiert werden.

Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner

Was am Ende das Ergebnis sein wird, das steht jetzt schon fest, erklärt unser Korrespondent Jan Christoph Kitzler: Die Abschlusserklärung wird schon am Vormittag des ersten Konferenz-Tages verabschiedet - bereits seit vier Jahren wird diese Erklärung vorbereitet. Und bei 190 Ländern, 100 Ministern, zahlreichen Hilfsorganisationen und Produzenten läuft es auf den kleinsten gemeinsamen Nenner hinaus."Die Interessen sind sehr verschieden", sagt Jan Christoph, "die Vertreter der Agrarindustrie wollen etwa möglichst wenig Regulierung".

"Wenn man den Hunger weltweit angehen und ihn bis 2030 gegen Null reduzieren will, muss man sich wirklich anstrengen. Dafür ist die Konferenz ein Hoffnungsschimmer."
Jan Christoph Kitzler, Rom-Korrespondent, über die Welternährungskonferenz

Das wird passieren: Es werden Absichtserklärungen verabschiedet und ein Handlungsplan, der allerdings freiwillig und nicht verpflichtend ist. "Es wird darauf ankommen, was in den nächsten Tagen hier in Rom diskutiert wird und was die Vertreter der Länder für konkrete Pläne vorstellen." Daran werde der Erfolg der Konferenz gemessen.