Über 100 Millionen Menschen weltweit leiden unter Hunger. Die Mitglieder der Vereinten Nationen geben aber nicht genügend Geld, um allen helfen zu können. Eine moralische Katastrophe. Wer bekommt Nahrung, und wer nicht?

Die Länder Somalia, Südsudan, Nigeria und Jemen sind weltweit am stärksten von aktuellen Hungersnöten betroffen. Allein in diesen vier Ländern werden zurzeit jeden Tag neun Millionen Menschen vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) mit Essen versorgt. Ohne diese Hilfe würden die Menschen einfach verhungern.

Mangelwirtschaft wegen ausbleibender Spenden

Aber genau diese lebenswichtige Hilfe ist in Gefahr. Denn für das Jahr 2017 stehen dem Welternährungsprogramm bisher noch nicht einmal ein Drittel der eigentlich zugesagten Spendengelder der UN-Mitgliedsstaaten zur Verfügung. Und selbst wenn Geld für eine bestimmte Region bewilligt wird, dauert es in der Regel bis zu 90 Tage, bis die Hilfsgüter auch vor Ort sind.

Mit Blick auf das knappe Geld stellt sich die Frage: Welche Hunger leidenden Menschen mit Hilfsgütern versorgt werden und welche nicht?

Perverses Geschäft mit den vorhandenen Ressourcen

Eine brutale Entscheidung, die den Verantwortlichen abverlangt wird. Im Jahr 2015 mussten zum Beispiel die Nahrungslieferungen nach Syrien halbiert werden. In der Folge sahen sich immer mehr Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

“Die Lösung allein ist nicht nur, mehr Geld zur Verfügung zu stellen, sondern den Klimawandel zu bekämpfen und die Krisen zu lösen.“
Jan-Christoph Kitzler, ARD-Korrespondent

Experten gehen davon aus, dass momentan 108 Millionen Menschen an Hunger leiden. 28 Millionen mehr als noch vor einem Jahr. Und die müssen mit einer gleichbleibenden Menge an Geldern irgendwie unterstützt werden.