Rosetta trifft Tschuri, endlich! Nach über zehn Jahren und sechs Milliarden zurückgelegten Kilometern hat die Weltraumsonde Rosetta ihr Ziel heute (06.08.14) erreicht: Den Kometen 67P/Tschurjumov-Gerassimenko, genannt Tschuri.

Zurzeit befinden sich Rosetta und Tschuri etwa 400 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Bis Rosetta den Kometen erreichte, musste die Sonde einige Umwege machen, die aber nötig waren, um genügend Schwung zu holen: Insgesamt kreiste die Sonde fünf Mal um die Sonne, auch mehrmals um die Erde und auch am Mars vorbei.

​Mit Rosetta sollen viele Rätsel gelöst werden

Das eigentliche Ziel der Mission ist es, ein Forschungsmodul mit dem Namen "Philae" auf dem Kometen abzusetzen. Im November soll es so weit sein. Dann, so erhoffen sich die Forscher, sollen viele wissenschaftliche Geheimnisse über Kometen entschlüsselt werden. Heute Morgen haben wir darüber schon mit Esa-Flugdirektor Paolo Ferri vom Kontrollzentrum Darmstadt. gesprochen, der das Projekt seit über 20 Jahren begleitet und für den jetzt ein großer Traum in Erfüllung geht. Das Gespräch könnt ihr hier nachhören:

Paolo Ferri, Esa-Flugdirektor am Kontrollzentrum Darmstadt
"Wenn sie mich fragen, sind Kometen eigentlich die faszinierendsten Himmelskörper im Sonnensystem. Wir haben jetzt über Monate hinweg die Möglichkeit mit Tschurjumov-Gerassimenko mitzufliegen und am Ende hoffentlich viel mehr zu verstehen. Zum Beispiel auch die Frage: Haben Kometen geholfen, das Leben auf die Erde zu bringen?"

Bei einer Fluggeschwindigkeit von mehr als 15 Kilometern pro Sekunden, besteht die schwierigste Aufgabe zunächst darin, die Sonde in eine sichere Umlaufbahn zu manövrieren. Ist das geschehen, müssen die Forscher mit Rosettas Sensoren einen passenden Landeplatz auf Tschuri finden. Dazu wird der Komet komplett kartographiert.

Tschuri das Quitscheentchen

Kometen kann man sich wie riesige, schmutzige Schnee- oder Eisbälle mit Stein vorstellen, die einen langen Schweif aus Staub hinter sich herziehen. Wie Tschuri genau zusammengesetzt ist, weiß man aber noch nicht. Überraschend für die Forscher aber war, dass der Komet aus zwei verschieden großen, miteinander verbunden Teilen besteht und damit ein bisschen an ein Quietscheentchen mit Körper und Kopf erinnert.