"Ihh, hast du dir nicht die Hände gewaschen!?", müssen sich auch Erwachsene manchmal anhören. Vor allem Männer haben hier noch Nachholbedarf. Dabei geht es beim Händewaschen um mehr als nur die Etikette.

Bei einigen Leuten fragt man sich, wie sie vom Toilettengang wieder so schnell zurück sein können - inklusive Händewaschen. Auch die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BgzA) verpasst der Handhygiene in Deutschland das Urteil: verbesserungswürdig. Vor allem Männer lassen es beim Händewaschen schleifen, zeigen Umfragen. Eine Studie aus London hat beispielsweise 250.000 Besucher von Raststätten-Toiletten unter die Lupe genommen: Nicht mal jeder dritte Mann hatte sich die Hände gewaschen. Bei den Frauen waren es immerhin mehr als 60 Prozent.

Nicht nur kurz Wasser drüber laufen lassen

Wo sich die meisten Bakterien sammeln, wenn der Vorgänger den Wasserhahn links liegen lässt, hat die BGZA ebenfalls erfasst. Mögliche Magen-Darm-Erreger sammeln sich auf Türklinken, an der Spültaste und noch viel mehr Bakterien warten in der Küche - zum Beispiel am Spülbecken. Daher empfehlen Experten das Händewaschen nicht nur nach dem WC-Gang, sondern auch vor und nach dem Essen und wenn man nach Hause kommt. Nur mal kurz die Hand unter den Wasserstrahl halten, bringt dabei übrigens nix. Man sollte die Hände 20 bis 30 Sekunden mit Seife waschen.

Initiiert wurde der Welttag von den Vereinten Nationen, denn das Händewaschen ist nicht nur ein Akt für die Etikette, sondern entscheidend, um die Ausbreitung von Krankheiten zu vermeiden. Das gilt besonders für Entwicklungsländer. Laut Kinderhilfswerk Unicef stirbt weltweit jede Minute ein Kind an Durchfall. In über der Hälfte der Fälle - besonders in Afrika und Südostasien - ist schlechte Hygiene schuld daran. Fachleute sagen, Wasser und Seife seien die billigste Methode, schwere Infektionskrankheiten zu vermeiden.

Richtig einseifen

Dass die Hygiene in vielen Ländern vernachlässigt wird, liegt zum einen an der fehlenden Infrastruktur: Es gibt in einigen Landesteilen kein fließendes Wasser, geschweige Toiletten. Zum anderen geht es um das Bewusstsein, wie Hygiene und Krankheiten zusammen hängen.

Anscheinend gibt es auch in Deutschland noch Nachholbedarf. Eine weniger ernst gemeinte Anleitung, wie es richtig geht, gibt es übrigens in diesem Video. Vielleicht ja ein Ansporn für alle, die sich sonst besonders beeilen weiter Computer zu zocken. Let's Play!