Word, Excel und PowerPoint sind im Büroalltag fast Standard. Doch es gibt Alternativen zu Microsoft. Mit Euro-Office kommt nun eine weitere hinzu – kostenlos und künftig auch offline nutzbar. Was die neue Software kann, wo ihre Grenzen liegen und für wen sich ein Wechsel lohnt.

Viele kennen Euro-Office wahrscheinlich noch nicht. Erst seit diesem Sommer ist die Software auf dem Markt und funktioniert bislang nur online. Jetzt kommt eine Version, die auch lokal auf dem PC läuft. Sie ist bereits angekündigt und erscheint in den kommenden Wochen, so unser Reporter Andreas Noll.

"Die gemeinsame Arbeit an Dokumenten geht dann ohne Microsoft Cloud. Die Dateien können zum Beispiel auf firmeneigenen Servern bleiben."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Hinter Euro-Office stehen unter anderem die deutsche Open-Source-Plattform Nextcloud und Ionos. Das kostenlose Office-Paket bietet die vertrauten Funktionen, die viele von Microsoft kennen. Ein großer Vorteil: Auch die gemeinsame Arbeit an Dokumenten funktioniert ohne die Microsoft-Cloud. Unternehmen können ihre Dateien zum Beispiel auf eigenen Servern speichern.

Euro-Office steht noch ganz am Anfang

Mit LibreoOffice und OpenOffice gibt es ja schon lange Alternativen zu Microsoft. Beide existieren weiterhin – vor allem LibreOffice wird aktiv weiterentwickelt und reicht aus für Briefe, Tabellen oder Präsentationen. Für gemeinsames Arbeiten im Browser gibt es Collabora das auf LibreOffice-Technik basiert. Auch Google Docs ist eine Alternative – allerdings wieder von einem US-Anbieter.

Und diese Alternativen werden durchaus genutzt: Die Stiftung hinter LibreOffice schätzt die Zahl der Nutzer weltweit auf mehr als 100 Millionen. Das ist allerdings nur eine Eigenschätzung und sagt wenig über die Verbreitung in Deutschland aus. Euro-Office steht im Vergleich dazu noch ganz am Anfang.

Kritik: Software orientiert sich stark an Microsoft

Word- und Excel-Dateien lassen sich in den Alternativen bei einfachen Dokumenten meist weiterverwenden. Schwieriger wird es bei aufwendigen Vorlagen: Schriftarten können Probleme machen oder Seitenumbrüche verrutschen. Besonders heikel sind komplexe Excel-Dateien, in denen Firmen automatisierte Abläufe oder Verbindungen zu anderen Systemen aufgebaut haben. Die funktionieren nicht immer.

"Euro-Office orientiert sich bei Dateiformaten stark an Microsoft. Das kann den Wechsel erleichtern, aber damit bestimmt Microsoft weiter die Spielregeln."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Bei Euro-Office gibt es außerdem Kritik an den Dateiformaten: Die Software orientiert sich stark an Microsoft. Das erleichtert zwar den Wechsel, bedeutet aber auch, dass Microsoft weiter die Spielregeln bestimmt. LibreOffice setzt deshalb stärker auf unabhängige, offene Dokumentformate.

Behörden lösen sich von Microsoft

Der Staat kann alternativen Office-Lösungen zumindest größere Nutzergruppen und Aufträge verschaffen – und so die Abhängigkeit von großen US-Anbietern wie Microsoft verringern. Schleswig-Holstein stellt seine Verwaltung schrittweise auf offene Software wie LibreOffice um. Auch Dänemarks Digitalministerium hat einen Wechsel angekündigt. Das ist aber kein Microsoft-Ausstieg des ganzen Landes.

Beim Bund gibt es mit Opendesk bereits einen digitalen Arbeitsplatz für Behörden, der verschiedene Programme vom E-Mail-Dienst bis zur Videokonferenz bündelt. Als Word-Alternative kommt dort Collabora zum Einsatz. Solche staatlichen Projekte und Investitionen können offene Software voranbringen – für den großen Durchbruch sorgen sie aber erst einmal nicht.

Shownotes
Alternativen zu MS-Office
Euro-Office fordert Microsoft heraus
vom 21. September 2026
Moderation: 
Anke van de Weyer
Gesprächspartner: 
Anfreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Tech-Autor