Schnell mal was bezahlen – das ging vermutlich noch nie so unkompliziert wie heute. Auch Dank Apps wie Apple Pay oder Google Pay. Allerdings stellt sich dann doch manch einem oder einer die Frage: Bezahl ich hier gerade wirklich nur mit meinem Geld?
Technisch ist es möglich, dass bei unseren Einkäufen auch Informationen über die Einkäufe weitergegeben werden, sagt Deutschlandfunk-Nova-Tech-Autorin Friederike Walch. Denn im Prinzip werden Google Pay oder Apple Pay zu Vermittlern zwischen uns und einem Händler oder einer Händlerin.
"Gleichzeitig ist sowohl Google als auch Apple ganz offenbar bewusst, wie sensibel solche Shopping-Records sind."
Wenn wir uns die Datenschutzbestimmungen durchlesen, werde jedoch sofort klar, dass sich die Unternehmen völlig im Klaren über die Sensibilität dieser Daten sind. Es werde jedenfalls betont, dass die Daten verschlüsselt werden. Friederike sagt: "Beide Tech-Unternehmen sagen auch, sie würden diese Daten nie an Dritte weiterverkaufen. Aber Daten nicht zu verkaufen bedeutet eben auch nicht, sie nicht selbst zu nutzen."
Zielgerichtete Werbung und User-Tracking
An diesem Punkt spiele die Unternehmensgeschichte der beiden Tech-Giganten eine Rolle, erklärt Friederike Walch. "Apple verdient sein Geld ja traditionell damit, dass sie Laptops und Handys verkaufen. Google ist dagegen mit seinem Internet-Browser bekannt geworden, und da war das Geschäftsmodell immer schon eher auf Werbung ausgelegt – und zwar möglichst zielgerichtete Werbung, indem man das Verhalten der Nutzer*innen trackt."
"Daten nicht zu verkaufen bedeutet eben auch nicht, sie nicht selbst zu nutzen."
Bei Google steht im Kleingedruckten, dass Daten zu Einkäufen nicht standardmäßig gespeichert werden. Aber: Transaktionen, Zahlungsmethoden, Aktivitätsdaten, Kauforte und Händlerdaten können gespeichert werden – wenn man dem selbst in den Einstellungen zustimmt.
Infos im Kleingedruckten
Apple betont hingegen in den Datenschutz-Bedingungen, dass Apple-Pay-Daten generell nicht für Werbung genutzt werden. "Bei Apple ist auch die Verschlüsselung der Daten, also auch deine genaue Einkaufsliste, stark an das Endgerät gebunden, während bei Google viel über die Cloud läuft", erklärt unsere Reporterin.
"Das Google-System mit Cloud ist eher darauf angelegt, dass die Daten mit deiner Zustimmung auch von Google zu Werbezwecken ausgelesen werden können."
Beim Bezahlen mit Apple Pay wird jedes Mal ein Verschlüsselungs-Code für das entsprechende Gerät generiert. Unsere Reporterin vermutet, dass Apple so wohl selbst wirklich keine Details zu der Transaktion sehen kann. Das Google-System hingegen sei eher darauf ausgelegt, dass Daten mit der entsprechenden Zustimmung auch zu Werbezwecken ausgelesen werden können, sagt sie.
"Sowohl Apple als auch Google sind riesige Konzerne mit Millionen Kund*innen, die sicher kein Interesse an einem riesigen Datenleck und dem dazugehörigen Shitstorm haben."
Laut Datenschutzbestimmungen steht also fest, was rechtlich möglich ist und was nicht. Aber halten sich die Konzerne auch daran? Friederike sagt, es gebe zum Beispiel einen Fall, bei dem Google im September 2025 von einem Gericht in Kalifornien zu einer Strafe von 425 Millionen Dollar verurteilt wurde, weil Daten gespeichert wurden, obwohl User das Tracking eigentlich deaktiviert hatten. Allerdings ging es dabei nicht spezifisch um Google Pay.
Friederike geht aber auch davon aus, dass beide Unternehmen kein Interesse an einem Daten-Skandal und der dazugehörigen schlechten Publicity hätten. Deswegen sagt sie: "Ich würde empfehlen, einmal einen Blick in die Einstellungen zu werfen und sich mal anzusehen, welche Balken man da aktiviert hat."
Fest steht: Das kann garantiert nicht schaden.
