Am Telefon möchten manche Menschen einem so einiges verkaufen: ein Zeitungsabo oder einen neuen Stromanbieter zum Beispiel. Werden dann
persönliche Daten abgefragt, sollten Angerufene vor allem eins machen: auflegen.

Eine unbekannte Nummer ruft an und am anderen Ende des Telefons gratuliert eine Stimme über die erfolgreiche Teilnahme an einem Gewinnspiel. Um den Gewinn zu erhalten, soll die angerufene Person ihre persönlichen Daten am Telefon durchgeben: Name, Adresse und die Bankdaten. Kurz danach geht es in dem Gespräch aber nicht mehr um einen vermeintlichen Gewinn, stattdessen wirbt der Anrufer beziehungsweise die Anruferin für einen Stromanbieterwechsel oder preist ein Abo bei einer Zeitung an.

Über 57.600 Beschwerden wegen Werbeanrufen

So oder so ähnlich laufen etliche Werbeanrufe ab. Verboten sind sie dann, wenn die angerufene Person dem Werbeanruf vorher nicht zugestimmt hat. Die Beschwerden über solche Anrufe sammelt die Bundesnetzagentur: 2019 sind insgesamt über 57.600 Beschwerden deswegen bei ihr eingegangen.

Über ein Gewinnspiel zum Werbeanruf

Auch bei Deutschlandfunk-Nova-Reporter Cedrik Pelka klingelt seit einiger Zeit das Handy. Seitdem er sich für ein Gewinnspiel angemeldet hat, das auf Facebook beworben wurde, ruft ein Callcenter nach dem nächsten bei ihm an. Bei dem Gewinnspiel ging es ursprünglich um E-Bikes, die eine große Supermarktkette angeblich verlosen wollte. Erst später wurde Cedrik klar: Bei dem Anruf ging es nie um E-Bikes – das Gewinnspiel war ein Fake.

Als ihm aber jemand am Telefon erzählt hat, er sei bei dem Gewinnspiel unter den letzten zehn Auserwählten, habe einen Reisegutschein über 500 Euro bereits gewonnen und jetzt die Aussicht eins von drei Autos zu bekommen, hat Cedrik seine Kontakt- und Bankdaten an die Person im Callcenter durchgegeben. Statt den versprochenen E-Bikes hat er am Ende des Anrufs ein Jahresabo bei der "Fußball-Woche" abgeschlossen, einem Regionalmagazin für Berlin, das er nie haben wollte.

Werbeanruf: Auflegen und keine Daten rausgeben

Dass Cedrik jemand am Telefon ein Abo verkauft hat, ist erlaubt. Entscheidet er sich gegen das Abo, kann er den Vertrag innerhalb von 14 Tagen nach Abschluss widerrufen. Oft ist es allerdings schwer herauszufinden, welche Firma sich hinter dem Werbeanruf verbirgt, sagt Anwältin Carolin Semmler von der Verbraucherzentrale NRW.

"In der Regel können Sie solche Verträge innerhalb von 14 Tagen wieder widerrufen. Großes Problem ist aber, dass Sie in vielen Fällen gar nicht wissen, wohin Sie den Widerruf schicken müssen, weil da die entsprechenden Angaben auf dem Schreiben fehlen."
Carolin Semmler, Anwältin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Bei einem Werbeanruf rät sie daher dazu, direkt wieder aufzulegen oder gleich am Anfang abzufragen, wie der Name des Anrufers lautet und von welcher Firma der Werbeanrufe kommt. Es geht darum, nicht in ein Gespräch verwickelt zu werden, bei dem die angerufene Person ihre persönlichen Daten durchgibt.

"Wenn Sie einen Anruf von einer unbekannten Nummer kriegen und es wird von einem Gewinnspiel gesprochen, ist das allerbeste einfach auflegen. Und auf gar keinen Fall Bankdaten oder andere persönliche Daten rausgeben."
Carolin Semmler, Anwältin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Nachdem Cedrik das Zeitungsabo also widerrufen hat, wollte er herausfinden, wer für den Werbeanruf verantwortlich ist. Dabei wurde klar: Das Callcenter, das ihm das Abo verkauft hat, sitzt in Großbritannien. Seinen Widerruf sollte er wiederum an die Firma ADM Medienpress Hamburg GmbH schicken.

Wie das Callcenter dabei an seine Handynummer gekommen ist, weiß der Deutschlandfunk-Nova-Reporter bis heute nicht. Auf seine Briefe, die er der Firma mit Sitz bei Hamburg dazu geschickt hat, gab es bislang keine Antwort. Als Cedrik dort persönlich nachfragt hat, kam er nicht weiter als vor die Eingangstür der Firmenzentrale, wo ihn die Mitarbeitenden abgewiesen haben. Auch von dem Regionalmagazin kam keine Rückmeldung auf seine Anfrage.

Für ihn ist daher klar: Kennt er die Person am Telefon nicht, gibt er seine persönlichen Daten nicht mehr raus.