Berlin, Prag oder Detmold? – Fehlanzeige. Ein Lehrer und Fotograf reist mit seinen Schülern ins 20.000 Kilometer entfernte Hochland von West-Papua. Eine abenteuerliche Reise für alle Beteiligten, bei der sich viele ungewöhnliche Anblicke boten: wie beispielsweise die Männer, die traditionell nur mit einem Penisköcher bekleidet durch die Straßen laufen.

Michael Wagener ist Lehrer an einem Gymnasium in Waldbröl bei Köln. Mit neun seiner Schüler begab er sich auf große Fahrt nach West-Papua. In ein Land, über das sie vorher kaum etwas wussten. Daher bereiteten sie sich intensiv auf die 21-tägige Reise vor. Dazu gehörte ein Indonesisch-Kurs - um notwendige Alltagsfloskeln zu beherrschen - und ein interkulturelles Training.

"Ich halte es für eine wichtige Lebenserfahrung, auch mal über den Tellerrand der eigenen Kultur zu schauen."

Der Besuch in einem Aids-Krankenhaus, der Bau einer traditionellen Rundhütte und die Reise durch das Hochland von West-Papua brachten viele unerwartete Eindrücke. Alltägliche Annehmlichkeiten, wie eine funktionierende Klospülung, sind in West-Papua keine Selbstverständlichkeit. Männer, die nur mit einem Penisköcher bekleidet durch einen Ort laufen, allerdings schon.

"Ich hatte vorher keine Kontakte nach West-Papua. Die Reise wurde über die Evangelische Kirchengemeinde organisiert, die vor Ort eine Partnerschaft und Kontakte besitzt. Begleitet wurden wir von Dr. Siegfried Zöllner, ein Experte für Papua. Die Schüler hatten zudem eine intensive interkulturelle Vorbereitung."

Zunächst ist die Gruppe in die Hauptstadt Jayapura gereist und hat dort das Aids-Krankenhaus besucht. Dann ist Wagener mit seinen Schülern nach Wamena geflogen. Eine Stadt im Hochland, die als die letzte Versorgungsstation vor der Wildnis bezeichnet wird und nur mit dem Flugzeug erreichbar ist. Zum Abschluss der Reise ging es nach Raja Ampat - einem Archipel im Pazifik westlich von Neuguinea - um einfach ein paar Tage Urlaub zu machen.

Die Menschen in West-Papua besitzen nur wenig und ihr Alltag ist durch harte körperliche Arbeit geprägt. Das gilt auch für die Kinder und Jugendlichen. Ein krasser Gegensatz zu dem Leben, das die Schüler aus Deutschland kennen. Überrascht hat die Schüler daher auch, dass die gastfreundlichen West-Papuaer das Wenige, was sie besitzen, gerne mit anderen teilen. Außerdem mussten sich die Schüler erst einmal daran gewöhnen, dass nicht nur sie die West-Papuaer und ihre Kultur spannend fanden. Denn im Gegenzug fanden auch die Papuaer die weißen Europäer ungewöhnlich, starrten sie an, wollten die Schüler anfassen und mit ihnen fotografiert werden. Lehrer Michael Wagener hat uns im Studio besucht und uns von seiner Schulfahrt nach West-Papua erzählt.