Ja, bald wird wieder gekratzt vor dem Losfahren. Der Reif auf der Windschutzsscheibe ist zurück. Raureif ist hingegen etwa anderes, erklärt ein Wetterexperte.

Wenn Feuchtigkeit aus der Luft kondensiert, weil die Temperatur absinkt oder die Luftfeuchtigkeit ansteigt, dann bilden sich bei Minusgraden Eiskristalle. Die exakte Temperatur dafür bezeichnet man deswegen auch als Reifpunkt.

Dann kann die Luftfeuchtigkeit nicht mehr gehalten werden und Wasser setzt sich ab und friert. Ist der Reifpunkt noch nicht erreicht, bildet sich Tau. Deswegen sieht auch Jürgen Vollmer von wetteronline.de zwischen Reif und Tau eine Art verwandtschaftliche Beziehungen.

"Reif, das ist der kalte Bruder des Taus, sobald wir in den negativen Bereich herunterkommen, was die Temperaturen betrifft."
Jürgen Vollmer, Meteorologe bei wetteronline.de

Reif entsteht als dicht über dem Boden und gerne auf Autowindschutzscheiben. Sobald die Temperaturen insgesamt auf größeren Flächen unter Null gehen, werden auch ganze Wiesen weiß, erklärt Jürgen Vollmer.

Raureif – Nebel macht den Unterschied

Raureif ist hingegen etwas anderes als Reif und wird leicht verwechselt. Raureif entsteht aus feinen unterkühlten Nebeltropfen beim Anlagern an festen Oberflächen, deren Temperatur unter null Grad Celsius liegt. Raureif entsteht vor allem dort, wo viel Nebel in Bewegung ist. Vornehmlich auf Bergen, weil dort Nebel und Frostgrade häufig zusammentreffen. Nebel ist also eine Bedingung für Raureif, Reif braucht den Nebel hingegen nicht. Dafür reicht nicht sichtbare Luftfeuchtigkeit aus.

Reif tritt im Herbst deswegen insbesondere morgens und nachts auf, weil dann die Temperaturen am niedrigsten sind. Mittags muss man in dieser Jahreszeit meistens noch nicht kratzen.

"Die Temperaturen um und über Null begrenzen sich erstmal auf die Nacht- und Frühstunden."
Jürgen Vollmer, Meteorologe bei wetteronline.de