Schon Ende 2014 hat Whatsapp eine sichere End-to-End-Verschlüsslung seines Dienstes eingeführt. Jetzt ist die Verschlüsselung komplett und Politik und Ermittlungsbehörden gucken in die Röhre.

Unser Netzreporter Michael Gessat spart heute nicht mit Lob für die Whatsapp-Gründer Brian Acton und Jan Koum und für den Programmierer Moxie Marlinspike, der die sichere End-to-End-Verschlüsselungstechnik entwickelt hat. Freuen dürften sich auch über eine Milliarde Nutzer des Messengerdienstes: Jetzt sind auch die letzten Lücken geschlossen. Kommunikation über Whatsapp kann nicht entschlüsselt werden. Das gilt für alle Geräte und alle Inhalte - egal ob Messages, Fotos oder Videos, wenn auf beiden Geräten die neuste Version installiert ist:

"Das ist natürlich auch ein politisches Signal in dieser Zeit"
Michael Gessat, Netzreporter

Mark Zuckerberg hatte sich ja schon im Zusammenhang des Streits zwischen dem FBI und Apple um die Entschlüsselung der iPhones von Terroristen solidarisch gezeigt, die Technik nicht offenzulegen.

Behörden gucken in die Röhre

Das FBI, die CIA der BND und andere Behörden haben es jetzt so richtig schwer. Whatsapp und Facebook, das den Dienst aufgekauft hat, kann ihnen nicht mehr helfen, weil auch sie den privaten, individuellen Schlüssel des Empfängers nicht kennen. Das alles wirklich einzubauen, hat eine Weile gedauert:

"Wired schreibt dazu, dass bei Whatsapp ja nur rund 50 Programmierer arbeiten und von denen waren 15 mit dem Verschlüsselungsprojekt beschäftigt."
Michael Gessat, Netzreporter

Das Argument, Kriminalität oder Terrorismus mit der Verschlüsselungstechnik zu fördern, lässt Whatsapp nicht gelten: Wenn es keine wirksame Verschlüsselung gibt, oder für Behörden Hintertüren eingebaut werden, dann werden eben andere Produkte genutzt, denn der Kryptografie-Geist sei eh aus der Flasche.

Verschlüsselung für alle

Jetzt kann jeder seine Kommunikation vor Dritten schützen, ganz ohne Nerdwissen. Für Ermittlungsbehörden mag das eine harte Nuss sein. Moxie Marlinspike hat das einmal geschichtlich eingeordnet, sagt Michael Gessat: Im überwiegenden Teil der Menschheitsgeschichte konnten wir eigentlich davon ausgehen, vertraulich zu kommunizieren, auch ganz ohne Verschlüsselung. Im Zeitalter der technischen Überwachung bringt nur die Komplettverschlüsselung diese Freiheit wieder zurück.