Bislang gibt es keine Möglichkeit, den eigenen Online-Status bei WhatsApp wirksam zu verbergen. Dadurch können andere Nutzer ziemlich detailliert auf unsere alltäglichen Kommunikationsgewohnheiten schließen.

Forscher der Uni Erlangen-Nürnberg machen in einer Untersuchung darauf aufmerksam, dass jeder andere WhatsApp-Nutzer sehen kann, wann wir online sind - auch wenn er nicht zu unseren Kontakten zählt. Es reicht, die richtige Telefonnummer zu haben. Das wiederum ermöglicht den Forschern zufolge eine dauerhafte Überwachung.

Unfreiwillige Kommunikations-Dokumentation

Die Wissenschaftler haben 1000 zufällig ausgesuchte WhatsApp-Nutzer ein Dreivierteljahr überwacht. Mit nur wenigen Endgeräten war es ihnen möglich, das Nutzungsverhalten dieser Personen zu speichern - ohne dass WhatsApp darauf reagiert hätte. Die Information darüber, wann ein User zuletzt online war, hört sich zunächst harmlos an - aber allein über diese Information konnten die Forscher viele Details des Alltags dieser Nutzer rekonstruieren.

  • Wie oft und wie lange jemand chattet,
  • wann er schlafen geht und wann er aufsteht,
  • wie oft er WhatsApp während der Arbeitszeit nutzt
  • und vor allem: wann und ob er erreichbar ist.

Auch während der Arbeitszeit...

Die Nutzer aus der Untersuchungsgruppe öffneten WhatsApp im Durchschnitt 23 Mal am Tag und verbrachten insgesamt 35 Minuten mit dem Schreiben und Lesen von Nachrichten. Deutsche Nutzer benutzten die App besonders häufig im Zeitfenster zwischen 13 Uhr und 21 Uhr, also auch während der Arbeitszeit.

"Man kann einstellen, dass Fremde nicht mehr angezeigt bekommen, wann man zuletzt online war - aber wenn man WhatsApp gerade nutzt, dann ist das trotzdem sichtbar."
Netzautor Andreas Noll über die Anzeige des Online-Status bei Whatsapp

WhatsApp hat zwar in diesem Jahr diverse Datenschutzoptionen und Verschlüsselungen eingeführt. An der Tatsache, dass andere Nutzer sehen können, ob jemand gerade WhatsApp benutzt oder nicht, habe sich jedoch nicht viel geändert, sagt DRadio-Wissen-Netzautor Andreas Noll. Daher bleiben Nutzern vorerst nur folgende Optionen: In den Flugzeug-Modus wechseln, die App nicht öffnen oder warten, dass ein Update diese Datenschutzlücke schließt.

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