In Zeiten des neuen Coronavirus ist die Nachfrage nach Desinfektionsmittel hoch. In vielen Läden ist es ausverkauft. Wir rühren uns darum selbst eines zusammen – nach WHO-Rezept. Wichtigste Zutat: Isopropanol.

Deutschland hamstert. In den Supermärkten sind vielerorts die Konserven-Regale leer. Und in den Drogerien ist Desinfektionsmittel eigentlich kaum noch zu bekommen. Es besteht allerdings kein Grund zur Panik. Wer unbedingt Desinfektionsmittel braucht, kann es sich auch selber mischen.

"Ich bin überhaupt nicht überzeugt davon, in der jetzigen Situation in jedem Haushalt ein Händedesinfektionsmittel vorzuhalten."
Apotheker Florian Kürsch

Allerdings sollten wir Desinfektionsmittel eher sparsam verwenden. Auch in Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus ist gründliches Händewaschen eigentlich ausreichend.

Wer trotzdem nicht auf die Bakterien- und Virentöter verzichten will, klickt auf das Rezept der WHO. Das richtet sich in erster Linie an Entwicklungsländer. Orte zum Beispiel, wo es keine gute Versorgung mit Frischwasser zum Händewaschen gibt. Es geht darum, möglichst preisgünstig und mit einfachen Mitteln etwas herzustellen, das Bakterien und Viren abtötet.

Rezept für ein Händedesinfektionsmittel

Für 100 ml Händedesinfektion brauchen wir:

  • 75 Milliliter Isopropanol (Alkohol)
  • 4 Milliliter Wasserstoffperoxid (drei-prozentige Lösung)
  • 1,4 Milliliter Glycerin
  • gereinigtes Wasser aus der Apotheke oder abgekochtes Wasser

Zubereitung:

  • Isopropanol (Alkohol), Wasserstoffperoxid und Glycerin vermischen
  • in ein 100 ml-Fläschchen füllen (zum Beispiel mit einer Messpipette)
  • mit gereinigtem Wasser auffüllen

Achtung: Wasserstoffperoxid ist sehr aggressiv!

Desinfektionsmittel nicht dauerhaft einsetzen

Eine Mischung aus Isopropanol und Wasserstoffperoxid allein wäre für den Körper eher schädlich als hilfreich. Apotheker Florian Kürsch erklärt, dass eine gesunde Haut wichtigen Schutz bietet und dass wir Desinfektionsmittel nur sparsam einsetzen sollten: "Wenn man diese Dinge nämlich regelmäßig benutzen will, dann kann es die Haut natürlich irgendwann auch schädigen."

"Wenn die Haut geschädigt ist, hat der Mensch keine vernünftige Barriere mehr, um sich gegen die Gefahr von eindringenden Bakterien und Viren oder Pilzsporen zu schützen. "
Apotheker Florian Kürsch

Billiger als gekauftes Desinfektionsmittel ist die selbstgemachte Variante nicht. Im Gegenteil: Die Zutaten für das WHO-Rezept kosten rund zwei bis drei Euro. In gekauften Mitteln sind dafür noch weitere Pflege-Zutaten für die Hände drin. Bei den Drogerieprodukten kann man außerdem sicher sein, dass sie keimfrei sind.

Händewaschen reicht im Hausgebrauch

Trotzdem gilt: Händedesinfektionsmittel kann unterwegs praktisch sein, in der U-Bahn zum Beispiel. Apotheker Florian Kürsch macht aber Werbung für einen kühlen Kopf: "Ich persönlich bin überhaupt nicht überzeugt davon, in der jetzigen Situation in jedem Haushalt ein Händedesinfektionsmittel vorzuhalten. Das gute alte Händewaschen ist vollkommen ausreichend."