Gute Handhygiene ist das A und O! Ob es nun um Grippe, Erkältungen oder das neuartige Coronavirus geht – es gilt: Händewaschen schützt. Wie wir es richtig machen, und was Desinfektionsmittel bringen, erklärt Dermatologin Yael Adler.

Händewaschen ist unerlässlich, um bestimmte Krankheiten schon im Keim zu ersticken. Doch das funktioniert nur, wenn wir es richtig tun. Viele scheitern daran, sie waschen nicht lange oder gründlich genug.

Schon wegen Grippe, Erkältungen oder anderer Erkrankungen sollten wir uns ein bisschen mehr anstrengen, um uns selbst und andere zu schützen. Und auch gegen die Ansteckung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 kann Händewaschen einen Schutz bieten, sollten wir tatsächlich mit dem Erreger in Berührung kommen.

"Am Besten lernt man, wie Händewaschen geht, wenn man Chirurgen bei der Handwäsche zuschaut. Sie waschen erstmal außen, dann innen, zwischen den Fingern, die Handteller und natürlich auch unter den Nägeln."
Yael Adler, Hautärztin und Autorin

Ein besonderer Tipp der Hautärztin ist es, die Nägel kurz zu halten, denn "unter den Nägeln ist allerlei Schmutz", sagt sie.

30 Sekunden sind ein guter Richtwert fürs Händewaschen

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, dass wir unsere Hände 30 Sekunden lang waschen. Dem stimmt Yael Adler zu. In dieser Zeit wasche man einen Großteil der Erreger ab.

"Auch wenn man mal keine Seife hat, lohnt sich das Händewaschen. Denn auch Wasser spült schon eine ordentliche Menge 'Dreck' weg."
Yael Adler, Hautärztin und Autorin

Desinfektionsmittel seien gut, wenn man Kontakt mit kranken Personen habe oder für Ärzte in einer Arztpraxis. Doch übertreiben sollte man es mit den Desinfektionsmitteln nicht.

Desinfektionsmittel nicht dauerhaft verwenden

Sie helfen zwar, die Hände von Bakterien und Viren zu befreien, greifen aber auch die Haut an – ohne Creme drohen dann Ekzeme. Darum sollten wir Handdesinfektionsmittel nicht dauerhaft verwenden, rät Yael Adler.

"Man muss schon aufpassen in dieser Zeit, dass man seine Hände danach auch pflegt, also einfettet, um die abgewaschene Schutzbarriere ein bisschen reparieren zu helfen."
Yael Adler, Hautärztin und Autorin

Um die Hände abzutrocknen, seien Handtücher hygienischer als Händetrockner, weil sie nicht "die ganzen Erreger durch die Luft pusten", so die Hautärztin. Sofern jemand eine Infektionskrankheit habe, müssten die Handtücher heiß gewaschen werden. Das Abtrocknen sollten wir nicht vergessen, denn Erreger mögen Feuchte.

Vor dem Essen und nach der Toilette

Schon im Kindergarten lernen wir, wann wir die Hände waschen sollten: Vor dem Essen oder nach dem Gang zur Toilette beispielsweise. Aber auch wenn wir Kontakt mit vielen Menschen hatten, etwa in einer Bahn, ist Händewaschen ratsam.

"Bloß nicht Nägel kauen in der Zeit, denn die Nägel sind eine richtige Keimschleuder."
Yael Adler, Hautärztin und Autorin

Anleitung fürs Händewaschen

  • Hände nass machen
  • genug Seife nehmen
  • Handflächen einseifen
  • danach Finger spreizen und aneinander reiben – einmal mit der rechte Hand vorne, einmal mit der linken
  • dann mit den gespreizten Fingern noch mal über die Handflächen reiben
  • anschließend kommen die Außenseiten der Finger dran: die Finger dafür biegen und dann beide Hände ineinander verhaken
  • dann wieder schön reiben
  • die Daumen nicht vergessen
  • zum Schluss noch mal die Fingerspitzen über die Handfläche reiben
  • Hände abtrocknen
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Weitere Hygienetipps: Neben dem richtigen Händewaschen gibt es noch weitere Tipps zur Hygiene, die helfen können, uns und andere vor Krankheiten zu schützen. Mehr Informationen gibt es zum Beispiel auf der Homepage infektionsschutz.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.