Pils, Helles oder Weizen. Inzwischen gibt es nicht nur massig Auswahl an alkoholfreiem Bier, es wird auch immer beliebter. Es gibt drei Methoden, das Getränk herzustellen.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Produktionsmenge von alkoholfreiem Bier um 74,1 Prozent gestiegen. Das liegt auch daran, dass Brauer*innen das Getränk inzwischen mit sehr viel mehr Aufwand und Anspruch herstellen als noch vor einiger Zeit, sagt der Brauer Jens Reineke.

"Alkoholfreies Bier ist von einer bloßen Alternative für den Autofahrer zu einer bewussten Wahl geworden."
Jens Reineke, Brauer

Sein Debüt gab das Getränk Anfang der 1970er-Jahre. Eine Berliner Brauerei nannte es Aubi, kurz für Autobier, und bewarb es als alternatives Abendgetränk für Autofahrer*innen. In den USA und Großbritannien wurde Foxy light oder Berolina ausgeschenkt.

Eine wirkliche Konkurrenz zum alkoholischen Bier wurden diese Getränke aber nie – bis vor Kurzem. Im gleichen Zeitraum, in dem die Beliebtheit von alkoholfreiem Bier zunahm, sank die Produktion alkoholhaltigen Bieres um 13,8 Prozent.

Wann ein Bier alkoholfrei ist

Alkoholfreies Bier ist bedeutet nicht, dass dieses Bier absolut keinen Alkohol enthält. In Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfen Biere, die einen Alkoholgehalt bis zu 0,5 Volumenprozent haben, als alkoholfrei deklariert werden, während beispielsweise in Frankreich und Spanien höhere und in Großbritannien niedrigere Grenzwerte gelten.

Auch die alkoholfreie Variante wird in Deutschland strikt nach dem Reinheitsgebot gebraut. Das bedeutet, dass nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe im Getränk enthalten sein dürfen. Damit Brauer*innen trotzdem den biertypischen Geschmack hinbekommen, können sie auf drei Verfahren zugreifen.

Alkoholfreies Bier: Drei Herstellungsverfahren

  • Gärabbruch:
    Bei dem Verfahren entsteht in der Gärung erst gar kein Alkohol oder aber nur sehr wenig, weil der Prozess vor 0,5 Prozent abgebrochen wird. In diesem Fall hat das Endprodukt weniger als 0,5 Prozent Alkohol. Das so hergestellte Bier schmeckt süßlich und erinnert an Malzbier.
  • Filterverfahren:
    Hierbei wird ein normales Bier mit vier bis fünf Prozent Alkohol gebraut. Der wird dem Bier danach wieder mit Unterdruck entzogen. Der Unterdruck sorgt dafür, dass der Alkohol schon bei unter 40 Grad verdampft. Diese Methode hat den Vorteil, dass Geschmack und viele Aromen erhalten bleiben.
  • Gärung mit speziellen Hefen:
    Bei der dritten Methode verwenden Brauer*innen eine spezielle Hefe. Denn Alkohol entsteht dann, wenn die Hefe den Malzzucker verstoffwechselt. Wenn stattdessen alkoholfreie Hefe verwendet wird, kann diese den Malzzucker nicht essen und deswegen auch nicht in Alkohol umwandeln. Ähnlich wie bei der gestoppten Gärung sind diese Biere relativ süß.