70 bis 80 Millionen Kalaschnikows töten weltweit. Sie wandern von einem Konflikt zum anderen.

Irak, Syrien, Ukraine, Libyen, Israel - die Zahl der Krisen in der Welt ist groß - genauso wie die Zahl der Waffen, die im Einsatz sind. Die beliebteste Waffe von allen ist das Sturmgewehr Kalaschnikow.

Geschätzt 70 bis 80 Millionen der robusten und einfach zu bedienenden Gewehre sind im Umlauf. Neu kosten sie rund 800 bis 1000 Dollar, gebraucht sind sie schon für unter 100 Dollar zu haben. Der Preis hängt davon ab, ob sie vor oder nach der Krise erworben werden, sagt Michael Brzoska, Direktor am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Uni Hamburg.

"Ich finde es richtiger, die kurdische Seite direkt militärisch zu unterstützen, wie es die Amerikaner tun, als Waffen zu liefern, die langfristig die Situation eher destabilisieren."
Michael Brzoska, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik / Hamburg

In der Regel ist eine Waffe gebraucht, wenn sie in Krisengebieten ankommt. Die Mehrheit der Kalaschnikows wurde in den fünfziger bis in die achtziger Jahre gebaut und an Regierungen verkauft. Doch das ist erst der Anfang: Im Laufe der Zeit werden die Gewehre weiterverkauft oder gestohlen und zirkulieren dann von einem Krisengebiet ins nächste, erklärt Michael Brzoska.

Wie Terrororganisationen wie IS an die Waffen kommen? Die wichtigste Quelle sei die Gegenseite, sagt Michael Brzoska. IS habe also den Großteil seiner Waffen syrischen und irakischen Streitkräften abgenommen. In kleinerem Ausmaß hat die IS auch selbst Nachschub über andere Terrororganisationen organisiert. Mit Geld, das von arabischen Spendern stammt. Es gebe richtige Makler, also Personen, die wissen, wo es günstig Waffen zu kaufen gibt.

Die Konsequenz aus diesem Kreislauf der Waffen ist für Michael Brzoska klar: Da Waffen nach seiner Erfahrung viel länger im Umlauf sind, als ein Konflikt dauert, sollte die Bundesregierung die kurdische Seite lieber direkt militärisch unterstützen, als ihnen Waffen zu liefern.