Was ist wahr und was nicht, bei Filmen, die von realen Personen handeln, ist manchmal schwer herauszufinden. Die Macher der Webseite "information is beautiful" machen uns das ein bisschen einfacher.

Das Konzept: eine Art Faktencheck bei Filmen. Die Macher haben sich so genannte Bio-Pics ganz genau angeschaut - also Filme, die auf dem Leben einer realen Person beruhen. Außerdem Filme, die auf einer wahren Begebenheit basieren - based on a true true story - so nennt sich auch das Projekt von "information is beautiful" . Die Macher haben also überprüft, wie wahr diese Filme sind und wie viel dazugedichtet wurde.

Dazu haben sie jede einzelne Szene aufgeschrieben und dann mit gesicherten Infos und Quellen abgeglichen. Das Ganze haben sie dokumentiert, und ihr könnt es euch im Netz angucken, wenn euch eine Szene besonders interessiert. Alles ist mit Infografiken aufgemacht. Und es gibt Kategorien wie "wahr", "falsch" oder auch "ein bisschen falsch".

"Das hat mir gut gefallen: Es gibt die Kategorie 'fals-ish', also 'bisschen falsch'. Das sind Sachen, die falsch sind, aber die verständlich sind wegen der Dramaturgie des Films."
Anna Kohn, DRadio Wissen

In diese Kategorie fällt zum Beispiel "The King's Speech" aus dem Jahr 2010. In dem Film geht es darum, dass der englische König George V. gestottert hat. Im Film sucht er daraufhin einen Sprachtrainer auf und wird beim ersten Training richtig sauer. Von dieser Szene findet sich nichts in den Notizen des Sprachtherapeuten - grundsätzlich gilt aber als gesichert, dass der König wegen seines Stotterns richtig frustriert war - die Szene ist also nicht völlig unplausibel.

Lob für "Selma und "Spotlight"

Besonders gut schneidet der Film "Selma" über Martin Luther King ab. Er ist nach Ergebnissen der Studie zu 100 Prozent wahr. Die Macher der Seite loben, dass er sich wirklich Mühe gebe, jede Person des wahren Lebens miteinzubeziehen, der etwas mit der Story zu tun gehabt hatte. Gut schneidet auch "Spotlight" ab, der dieses Jahr mit dem Oscar als bester Film ausgezeichnet wurde. Es geht um Journalisten, die 2001 den Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche aufgedeckt haben. Der Film schafft es immerhin auf 81 Prozent.

"This film just rips the historical record to shreds."
information is beautiful über den Film “The Imitation Game”

Andere Filme fallen hingegen durch, "The Imitation Game" mit Benedict Cumberbatch etwa. Korrekt ist, dass der Mathematiker Alan Turing im Krieg als Kryptograph gearbeitet hat und später verhaftet wurde, weil er schwul war- der Rest des Films hat laut "information is beautiful" nichts mehr mit der Realität gemeinsam.

Nicht alle Filme im Faktencheck

Leider könnt ihr noch nicht jeden Film auf seinen Wahrheitsgehalt überprüfen. Die Macher von "information is beautiful" haben sich vor allem die erfolgreichsten Bio-Pics und Filme ausgewählt. Nach und nach wollen sie aber immer mehr Filme auf die Seite packen.