Die einen verzweifeln an der Corona-bedingten Einsamkeit. Die anderen wünschen sich einfach nur Ruhe. Wie wir in Lagerkoller-Situationen Zeit für uns selbst schaffen können – darum geht es in dieser Ab 21.

Maurice lebt eigentlich in einer kleinen Dreier-WG – doch während der Corona-Pandemie kamen seine Freundin und ein Kumpel seines Mitbewohners dazu. Dass der Regie-Student seit Wochen nicht mehr wirklich Zeit für sich hat, macht ihm ganz schön zu schaffen.

Wenn die Wohnsituation dir keine Zeit für dich alleine lässt

Jule ist Hebamme und damit systemrelevant – ihr Mann arbeitet auch im Krankenhaus. Zu Hause warten auf Jule zwei Kinder im Kita-Alter, sodass der Familien-Alltag während der Corona-Krise kaum planbar wird. Auszeiten kriegt Jule keine. Nach vier Wochen kann sie nicht mehr.

"Wir sind wirklich einfach nur: Arbeiten, Kinder ins Bett bringen, aufstehen und wieder von vorne."
Jule Tilgner

Gerade wenn die Nerven blank liegen, ist es unglaublich wichtig, Abstand zu nehmen, sagt die Psychologin Nathalie Marcinkowski. Dabei sei es ganz wichtig, sich der Besonderheit der jetzigen Ausnahmesituation bewusst zu sein – so würde es auch gelingen, liebevoller mit sich selbst und auch mit dem Gegenüber umzugehen. Tipps, wie Me-Time aussehen kann, gibt Nathalie im Podcast.


Infos zu Psychologie und Corona

  • Laut einer Studie des Online-Portals Statista machen sich etwa 27 Prozent der Menschen in Deutschland im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie Sorgen um ihr psychisches Wohlergehen.
  • Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen empfiehlt unter anderem, sich für einen besseren Umgang mit der Krise sichere Informationen zu suchen, sich bewusst, aber nicht dauernd mit den Themen Krankheit und Tod auseinanderzusetzen und das Virus als eine Gefahr von vielen zu betrachten.
  • Es gibt noch nicht viele Daten dazu, inwiefern sich die Corona-Pandemie auf unsere Psyche auswirkt. Eine kleine Studie von chinesischen Forschenden im Februar zeigt aber erste Hinweise darauf, dass die Krisensituation uns mental belastet. 58 Prozent der Befragten gaben an, moderate bis starke psychologische Auswirkungen durch die Krise zu verspüren. 28 Prozent zeigten Symptome einer Angststörung und 16 Prozent schilderten sogar depressive Symptome.