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Schritte zählen oder Kalorien tracken, kann enormen Druck auf uns ausüben. Das sagt Sportpsychologin Marion Sulprizio. Außerdem berichtet in dieser Ab21 eine Sportsoziologin über ihr Experiment, zwei Jahre jeden Tag ein Fitnessarmband zu tragen.
Dass wir uns gerne vergleichen, ist kein neues Phänomen. Allerdings machen es uns Apps, Armbänder, Waagen und Social Media mittlerweile sehr leicht, immer direkt zu sehen, wer dünner oder schneller ist. Für Sportpsychologin Marion von der Sporthochschule Köln ist das einfach erklärt. Wir wollen gut sein und wir wollen, dass es jeder mitbekommt.
"Wir haben Bedürfnisse und eines ist das Bedürfnis nach Kompetenz - einfach schlichtweg, um zu zeigen: schaut her, ich kann was."
Marion über den Ansporn sich selbst zu tracken
Manche empfinden das dann als Druck, andere eben als Challenge. Marion spricht dabei von dem "Gewinner-Gen", wenn man zum Beispiel sagt: Ich bin jetzt mehr gelaufen als mein Nachbar oder habe weniger Kalorien gegessen. Es hat was mit dem Grundbedürfnis zu tun, gewinnen zu wollen.

Marion vergleicht es mit der Schule: Man macht etwas und bekommt eine Note dafür. Heute zählt man Werte und bekommt dann von Apps oder Trackern das Lob, etwas erreicht zu haben. Und genau danach kann man auch süchtig werden.
"Das kann auch in eine Sucht umschlagen, die Sucht Ergebnisse zu verfolgen. Es ist also nicht der Tracker selbst, sondern eher die Sucht, wieder etwas erreichen zu wollen und das kann dann auch zu Essstörungen führen."
Marion über die negativen Auswirkungen des Trackings

Damit es so weit nicht kommt, rät Marion: Selbstfürsorge aktivieren. Eine Gelassenheit dafür entwickeln, sich nicht ständig zu vergleichen.

Gefangen in der Feedbackschleife

Sportsoziologin Nikola hat für ihre Doktorarbeit 2 Jahre freiwillig jeden Tag ein Fitnessarmband getragen. Was dann passiert ist, beschreibt sie uns als "Feedbackschleife". Sie sei beim Beobachten der Zahlen immer mehr reingezogen worden, immer mehr und mehr zu liefern. Über dieses Experiment berichtet sie uns im Interview.

Body Positivity? Gar nicht so einfach.

  • der Berufsverbands Österreichischer PsychologInnen und hat vor der Pandemie an Wiener Schulen zum Körpergefühl von Jugendlichen geforscht. Auffällig sei, dass die Corona-Maßnahmen einen noch mehr vom sozialen Umfeld isoliert haben, sodass vor allem junge Leute mit ihren Selbstzweifeln allein bleiben können.
  • Das Streben nach dem perfekten Körper führt mitunter sogar zu Einschränkungen der Freizeitgestaltung. In der Dove Global Study von 2010 steht, dass 23% der europäischen Mädchen sich nicht ins Schwimmbad trauen, weil sie sich für ihren Körper schämen.
  • der Anfang des Unwohlseins liegt meistens in der Pubertät, erklärt eine Umfrage der Stadt Wien unter 15-19-jährigen Mädchen. In der Pubertät verändert sich der Körper am meisten und gerade da suchen viele nach Leitbildern und vermeintlichen Vorbildern, an denen sich orientiert werden kann. Und diese Vorbilder haben meistens den angeblich perfekten Körper.
  • Laut WHO fanden sich 2015 in Deutschland 42,3% der Mädchen und 25,6% der Jungen ein wenig oder viel zu dick. 16,6% der Jugendlichen finden sich wiederum viel zu dünn.

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