Bär, Wolf, Luchs und Vielfraß sind wieder da. In Europa können die Raubtiere wieder Fuß fassen, trotz dichter Besiedlung und intensiver Landwirtschaft. Die Raubtierarten werden in Europa nicht weniger, sondern mehr.

Ein Forscherteam aus Schweden hat dazu Erhebungen für Europa aus den vergangenen 100 Jahren ausgewertet. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Science veröffentlicht.

Auf einem Drittel der europäischen Fläche lebt mindestens eine der vier genannten Raubtierarten. Genauer gesagt: In jedem Land gibt es mindestens eine dieser vier Arten, mit Ausnahme von Belgien, Dänemark, den Niederlanden und Luxemburg. Insgesamt gibt es in Europa doppelt so viele Wölfe wie in den USA - Alaska nicht mitgerechnet.

Die Zahl der Raubtiere in Europa wächst

In ganz Europa gibt es schätzungsweise mehr als 12.000 Wölfe und 17.000 Braunbären. Luchse sind schon seltener und noch seltener sind Vielfraße, eine Marderart. In Deutschland gibt es Bären, Wölfe und Luchse.

Die Studie zeigt auch, dass sich die Raubtiere sehr gut an den Menschen angepasst haben. Bisher waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass Wölfe, Bären und Luchse zwingend große Lebensräume brauchen. Deshalb wurden weite Schutzgebiete gefordert, um die Arten zu erhalten. Doch in Europa, das dicht besiedelt ist, gibt es kaum große Freiflächen. Dass die Zahl der untersuchten Raubtierarten wächst legt nahe, dass Menschen und Raubtiere durchaus koexistieren können.