Igel, Fuchs und Mauersegler: Für Wildtiere ist die Hitze in Städten ein besonderes Problem. Biologin Sophia Kimmig kennt die konkreten Schwierigkeiten. Und einige Hilfsmöglichkeiten kennt sie auch.
Bis zu etwa 70 Grad kann sich der Asphalt durch die Sonneneinstrahlung an heißen Tagen erwärmen! "Besonders schwer haben es die Tiere, die sehr bodennah unterwegs sind", sagt Biologin Sophia Kimmig. Konkret nennt sie die Igel, deren gesamter Körper sich sehr in Bodennähe befindet – sozusagen tiefergelegt nennt sie das.
Mauersegler in Panik
Außerdem wird es für Vögel kritisch, deren Nistkästen und Brutplätze unter Dächern sich besonders aufheizen. Sophia Kimmig sagt, dass Mauersegler, die bisher nicht flügge sind, einfach aus Verzweiflung abspringen, weil es zu heiß in ihren Nistplätzen wird.
"Wir hatten schon so sehr heiße Tage, dass viele Mauersegler hilflos auf dem Boden gefunden wurden."
Auch Tiere in städtischen Gewässern bringt die Hitze in Gefahr: Austrocknende Wasserstellen sind für Amphibien tödlich, Fische leiden unter dem geringen Sauerstoffgehalt des Wassers.
Kein Schweiß, viel Leid
Überdies benötigen viele Wildtiere Schlamm zum Abkühlen und Suhlen. "Solche Schlammstellen trocknen natürlich auch aus bei der Hitze", sagt Sophia Kimmig. Sie erinnert daran, dass Tiere nicht so wie wir schwitzen, sondern auf diese Möglichkeiten angewiesen sind.
Sophia Kimmig weist außerdem darauf hin, dass im innerstädtischen Baumbestand und überall sonst die Vegetation trocknet. Das führt für Tiere zu einem Nahrungsmangel, Insekten ziehen sich zurück, Regenwürmer verschwinden in tiefere Bodenschichten.
"Auch da fehlt es an Wasser zum Abkühlen, zum Versorgen und auch an Nahrung."
Doch so unerbittlich die Trockenheit auch sein mag, die Tiere können von menschlicher Hilfe profitieren. Sophia Kimmig nennt:
- Wasserstellen (sauber und ungefährlich)
- Schattenplätze schaffen (auf Balkon und Garten)
- Wiesen stehen lassen (eventuell Inseln schaffen)
- Hecken pflanzen
Ein täglicher Wasserwechsel ist jedenfalls angezeigt, weil sich sonst Krankheiten verbreiten können, sagt Sophia Kimmig. Auch sollten Ein- und Ausstiege in den Wasserstellen geschaffen werden, damit keine Tiere zu Schaden kommen.
