Fast wäre ein Gullydeckel dem kleinen Eichhörnchen zum Verhängnis geworden. Es wollte durch eines der Löcher schlüpfen und blieb stecken. Zum Glück informierte eine Frau die Wildtierretter, die das völlig entkräftete Tier im letzten Moment noch befreien konnten.

Mit einem kleinen Stunt, der fast schief gelaufen wäre, erntete ein Eichhörnchen aus München viel mediale Aufmerksamkeit. Beim Versuch aus der Kanalisation zu gelangen, wollte es die Löcher eines Gullydeckels als Schlupfloch nutzen. Es war schon halb durch und blieb dann stecken. Mit aller Kraft versuchte es sich zu befreien und wetzte sich dabei die Krallen ab. Um sich aus der misslichen Lage zu befreien, mühte es sich längere Zeit ab und war am Ende völlig entkräftet. Eine Fußgängerin beobachtete im Stadtteil Giesing den Todeskampf des kleinen Nagetieres. Schnell griff sie zu ihrem Mobiltelefon und informierte die Tierrettung München.

"Zu dicke Hüften hat das Eichhörnchen nicht, wie das überall geschrieben wird. Es ist ein ganz normales Eichhörnchen."
Biologin Franziska Baur rettet ein kleines Eichhörnchen.
Biologin Franziska Baur ist immer wieder im Einsatz um Wildtiere in Not zu retten.

Eine Stunde dauerte die Befreiungsaktion

Als der Anruf kam, war Tierretterin Franziska Baur gerade beim Landeskriminalamt München im Einsatz, wo sie einem Eichelhäher in Not half. Sie riet der Anruferin etwas Öl zu Hilfe zu nehmen, um das Eichhörnchen dabei zu unterstützen, sich selbst zu befreien. Aber auch das, stellte sich schnell als aussichtslos dar. Nachdem Franziska vor Ort war, versuchte sie das Nagetier nach oben aus dem Loch zu ziehen. Das führte allerdings nur dazu, dass sich die Hüfte des Tieres spreizte.

"Das Eichhörnchen hat auch gar keine Anstalten mehr gemacht zu beißen, worauf man natürlich achten muss."

Um das verängstigte Tier nicht zu verletzen, hob sie stattdessen - gemeinsam mit der Passantin - den schweren Gullydeckel. Mit viel Öl, viel Geduld und vorsichtigen Bewegungen gelang es ihr dann, erst die Arme und dann den Kopf des Tieres nach unten zu schieben und es somit zu befreien.

Es dauerte mindestens eine Stunde bis der Nager wieder frei war. Das lange Feststecken im Gullydeckel verursachte nach der Rettung noch Todeskrämpfe im Körper des Tieres. Franziska nahm den jungen, männlichen Nager mit zur Tierrettung, wo sie ihn versorgte und in einen Käfig setzte, damit er sich von den Strapazen erholen konnte. Inzwischen geht es dem Eichhörnchen schon viel besser, sodass es bald wieder in die Freiheit entlassen wird.