Kleine Windräder brauchen besonders große freie Flächen. Sie aufzustellen, lohnt sich nur an wenigen, sehr windigen Orten. Wann sich die Investition trotzdem auszahlt.

Kleine Windräder zur Stromerzeugung sind eine Seltenheit – in Städten ebenso wie auf dem Land. Auch Konstantin Köhler sieht nur selten Windräder mit einem Durchmesser zwischen etwa einem und drei Metern. Kleine Windräder brauchen ziemlich starken Wind, erklärt der Deutschlandfunk-Nova-Reporter.

In Ortschaften oder Städten sei die Windsituation für kleine Windräder fast immer zu schlecht. Die Investition lohne sich am Ende fast nie. Wer glaube, günstige Energie auf dem eigenen Dach erzeugen zu können, sei in der Regel auf dem Holzweg.

"Das Hauptproblem ist mangelnde Effizienz. Kleine Windräder drehen sich nur bei ziemlich starkem Wind. Und den gibt es nur an wenigen Orten."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Größere Windräder hingegen können von konstanteren Winden in größerer Höhe profitieren sie drehen sich schon bei viel schwächerem Wind als kleine.

Standort ist alles

Vor dem Aufstellen einer Anlage sei zunächst der Standort genau zu prüfen, sagt der Experte für Kleinwindkraftanlagen Patrick Jüttemann. Die Kernfrage des Windpotenzials am Standort werde von vielen vernachlässigt.

"Es ist eine Standortfrage und immer eine Einzelfallentscheidung. Zwei Grundstücke in nur 200 Meter Entfernung zueinander können komplett unterschiedliche Windverhältnisse haben."
Patrick Jüttemann, Experte für Kleinwindkraftanlagen und Energieblogger

Kleine Windkraftanlagen haben Konstantin Köhler zufolge dann Potenzial, wenn sie isoliert auf dem Land oder weit oben auf einem Hügel liegen. Ein Windrad auf dem eigenen Hausdach in dicht bebautem Gebiet hingegen sei meistens unsinnig, da die Windverhältnisse in der Nähe der Dachfläche in der Regel unzureichend sind, sagt Patrick Jüttemann.

Klein und teuer

Deswegen werden kleine Windräder meistens auf einen für sie errichteten Mast montiert. Dafür ist auch eine Baugenehmigung nötig. Teuer ist die Sache auch.

Verglichen mit einer Solaranlage sei das eine ziemlich aufwendige Sache, sagt Konstantin Köhler. "Da geht es oft um viele tausende oder zehntausende Euro. Das ist kein Projekt, was man als Privatperson oder als Familienhaushalt mal eben macht."