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Noch nie war Erdgas so teuer wie jetzt. Das bedeutet konkret: Unsere Heizkosten werden dieses Jahr steigen. Das liegt vor allem auch daran, dass die Gasspeicher nur gering gefüllt sind – die Industrie aber jetzt wieder mehr Gas benötigt.

40 Gasversorger haben ihre Preise um 11 Prozent erhöht. Für eine "typische Familie" bedeutet das rund 190 Euro mehr pro Jahr. Ein Ende der Steigerung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Einige Experten erwarten, dass bis Mitte November weitere Gasversorger ihre Preise steigen lassen.

"Gas ist ein wichtiger Energieträger in der Industrie. Jetzt kommt die Konjunkturerholung in Asien: Länder wie China und Südkorea produzieren teilweise schon wieder über dem Niveau von vor der Pandemie."
Theo Geers, Dlf-Hauptstadtstudio

Vor allem herrscht in einigen asiatischen Ländern wieder Konjunktur. Das bedeutet auch: Sie brauchen mehr Gas als vorher.

Technische Probleme sorgen für Rückstand

Das Problem ist aber: Gas ist gerade knapp. So gibt es in Russland beispielsweise ein technisches Problem bei der Gasförderung. Eine Gasstation ist nicht ganz funktionsfähig, erklärt Dlf-Korrespondent Theo Geers. Damit stocken die Exporte. Die Länder der Nordhalbkugel stehen aber nun vor dem Winter: Die Speicher müssen aufgefüllt werden.

"Die Speicher sind riesige Hohlräume. Zum Vergleich: Der Kölner Dom würde vom Sockel bis zur Turmspitze in einen solchen hineinpassen."
Theo Geers, Dlf-Hauptstadtstudio

Aus diesen Gründen ist Gas derzeit so teuer: Um bis zu 40 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr. Bei kurzfristigen Lieferungen sind es sogar doppelt- und dreifach höhere Preise, so der Experte.

Kaum alternative Heizquellen in Deutschland

Nachhaltige Alternativen zum Erdgas gebe es in Deutschland derzeit auch nur wenige. Nur etwa fünf bis sechs Prozent der Häuser und Wohnungen werden mit Holz oder Strom beheizt. Ein Viertel nutzen sogar noch Heizöl, sagt Theo Geers. Die Hälfte wird mit Erdgas beheizt.

Hinzu kommt, dass viele der Heizungen sehr alt sind. Etwa jede dritte Gasheizung ist zwischen zehn und zwanzig Jahre alt – viele sind sogar noch älter.

"Auch bei Neubauten werden kaum alternative Heizsysteme genutzt, denn mit jeder Stromleitung werde oft auch eine Gasleitung verlegt: Das macht es verführerisch, einfach da anzuzapfen."
Theo Geers, Dlf-Hauptstadtstudio