Skater können bei Wettkämpfen sehr viel Geld verdienen. Und auch einige graue Herren bei beim IOC träumen vom telegenen Funsport bei den Olympischen Spielen - ob das dem Sport gut tut, ist eine ganz andere Sache.

Skater messen sich schon lange nicht mehr nur auf der Straße, sondern treten bei Wettbewerben gegeneinander an. Gerade tun sie das in Südafrika, da findet der Diamond Cup statt, einer von vielen Skateboarding-Wettbewerben weltweit, der größte auf dem afrikanischen Kontinent.

500.000 Dollar werden dort an Preisgeld verteilt. Fast eine Art Weltmeisterschaft, aber auch nur fast, sagt Tobias Kupfer, früher selbst Profi-Skater. Was dem Diamond Cup zu einer Weltmeisterschaft fehlt? Kriterien, nach denen sich jeder Skater in jedem Land der Erde dafür qualifizieren kann. Und das aufgrund seines Könnens und nicht aufgrund von Managern, seiner Herkunft oder der Connection zu den Veranstaltern.

Klar ist aber - Skateboarding ist sehr populär und darum wird zurzeit wieder viel darüber diskutiert, die Sportart auch in die leicht angestaubten Olympischen Spiele aufzunehmen. Auch hier ist Tobias Kupfer skeptisch. Wenn es schon an Strukturen für eine Weltmeisterschaft fehle, sei auch Skateboarding bei den Olympischen Spielen nicht mehr als ein Versuch.

Verjüngungskur für die Olympischen Spiele

Dann gibt es natürlich auch noch die Skeptiker, die sagen: Skateboarding ist keine Wettkampfsportart. Weil die Tricks auf dem Brett viel zu kreativ und zu vielseitig seien. Mit solchen Problemchen hät sich die andere Seite nicht lange auf. Sie interessiert vor allem eines: Mit Skateboarding lässt sich sehr viel Geld verdienen. Auch, weil Einschaltquoten bei sogenannten Funsportarten sehr hoch seien können. Tobias Kupfer weist aber darauf hin, dass Skateboarding bei den Olympischen Spielen nur funktionieren könne, wenn es auch die nötigen Strukturen gibt - also Jugendarbeit und Vereine.

"Bisher sehe ich die Strukturen nicht, die eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen überhaupt in Frage kommen lassen."
Tobias Kupfer, ehemaliger Profi-Skater

Was die Sache noch komplizierter macht: Beim Skateboarding gebe es sehr viele Disziplinen und jede davon habe eigene Tricks und eine eigene Ideologie. Dazu sei auch noch jeder Trick auf einzelne Fahrer zugeschnitten, erklärt Tobias Kupfer. All das macht es sehr kompliziert, die Fahrer zu vergleichen und zu bewerten. Probleme könnte es auch bei der Dopingprobe geben. Denn unter Skatern wird gerne Dope geraucht.

Tobias Kupfer ist sich sicher: Skateboarder bei den Olympischen Spielen - das würde die Sportart noch einmal in eine neue Dimension katapultieren. Ob das aber dazu führen würde, dass die Skater auf der Straße wirklich besser würden, sei noch mal eine ganz andere Sache. Seine Prognose: Skateboarding wird sich in zwei Lager spalten: Skater, die weiter auf der Straße fahren und den Kommerz bei den Olympischen Spielen ablehnen und andere Fahrer, denen es vor allem um eines geht: Kohle verdienen.