Viele Firmeninhaber suchen vergeblich nach Nachfolgern. Der Fortbestand vieler mittelständischer Betriebe ist daher gefährdet, warnt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag. Jemand Interesse ein Familienunternehmen zu übernehmen?

Besonders Firmenchefs, die in Rente gehen wollen, suchen im Moment Nachfolger – und zwar quer durch alle Branchen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag DIHK sagt, letztes Jahr hätten sich mehr als 6.600 Firmenchefs zu diesem Thema beraten lassen. Trotzdem hat fast die Hälfte keine Nachfolger gefunden.

Chef sein? Keine Lust!

Laut DIHK haben viele, die den Job eigentlich machen könnten, keine Lust dazu. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Jörg Brunsmann findet das nachvollziehbar. Man übernehme da oft eine Menge Verantwortung für die Angestellten und habe es vielleicht mit alten Betriebsstrukturen zu tun. Die Gefahr sei groß, dass die Maschinen oder die Computer in der Firma schon lange nicht mehr auf dem neuesten Stand sind und der alte Chef hier nicht mehr investieren will.

"Wenn eine Firma nur deshalb dichtmachen muss, weil sich kein neuer Chef findet, ist das ziemlich traurig, weil damit ja auch Arbeitsplätze und Know-how verloren gehen."
Jörg Brunsmann, Deutschlandfunk Nova

Der DIHK hat die aktuellen Zahlen genutzt, um klar zu machen, dass die Behörden etwas ändern sollen: Es müsse leichter werden, eine Firma zu übernehmen. Jörg Brunsmann sagt, der Staat spielt zwar eine Rolle, aber nicht so sehr, wie der DIHK als Lobbyverein das angibt. 

"Wir haben in Deutschland etwa 3,6 Millionen mittelständische Firmen. Wenn 7.000 Firmen pro Jahr Probleme haben, Nachfolger zu finden, dann ist das ein geringer Anteil."
Jörg Brunsmann, Deutschlandfunk Nova

Wer Nachfolger werden möchte, kann sich an den Deutschen Industrie- und Handelskammertag wenden. Dort melden sich Firmenchefs, die Nachfolger suchen. Auch die regionale Wirtschaftsförderung kann helfen. Diese bietet Nachfolger-Börsen an, in denen Firmen ganz gezielt nach neuen Chefs suchen.