Da hat wohl jemand sehr viel Breaking Bad geschaut: Forscher haben entdeckt, wie man Opium künstlich herstellen kann. Bisher wird die Droge aus Schlafmohn gewonnen.

Im ersten Moment klingt es, als könne man bald harte Drogen so einfach zusammenbrauen wie Bier. US-Forscher haben Bierhefe-Zellen so manipuliert, dass sie eine Vorstufe von Opiaten produzieren. Die Vorstufe dieser Opiate, die Substanz Reticulin, lässt sich zu Drogen wie Opium oder Heroin weiterverarbeiten. Man kann daraus aber auch das Schmerzmittel Morphin herstellen, oder Codein, das in Hustenmitteln verwendet wird.

Jedes Jahr werden hunderttausende Tonnen Schlafmohn verarbeitet

Um die medizinische Nachfrage nach Opiaten zu decken, werden jedes Jahr hunderttausende Tonnen Mohn verarbeitet. Das meiste kommt aus Afghanistan, Pakistan, vom Balkan, aus Mittelamerika oder aus Südostasien. Das Rohopium erntet man aus den grünen Mohnkapseln - aus einer davon gewinnt man 0,05 Gramm. Für ein Kilo Rohopium müssen also etwa 20.000 Mohnkapseln geerntet werden. Eine künstliche Herstellung würde das natürlich erleichtern - aber die Forscher fürchten auch, dass damit der Weg für lokale Drogenbrauereien geebnet werden könnte.

Vorschläge zur Regulierung

Kritiker sagen zwar, dass bisher nur wenige Milligramm Reticulin hergestellt wurden, und es unsicher sei, ob die Hefe überhaupt große Mengen des Stoffs produzieren kann. Trotzdem wollten die Wissenschaftler die weitere Entwicklung, wenn möglich, in die richtige Richtung leiten.

Deshalb haben die Forscher erst einmal noch nicht den kompletten Herstellungsprozess vollzogen - sondern ihre Ergebnisse publiziert. So soll auch der Politik die Möglichkeit gegeben werden, schnell auf die neue Entdeckung zu reagieren - und sie eventuell direkt zu regulieren.

Nur unter staatlicher Aufsicht

John Dueber, Hauptautor der Studie, ist der Meinung, dass die Forschung schon in einigen Jahren so weit ist, dass aus den Mikroben in der Hefe Medikamente und Drogen hergestellt werden können. Deshalb haben die Wissenschaftler sich jetzt schon mit anderen Forschern zusammengetan und fordern, dass die neue Technologie nur unter staatlicher Aufsicht und strengen Auflagen weiterentwickelt werden darf.