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Der Song, der im Urlaub immer im Radio lief oder beim Sport für einen richtigen Energieschub sorgt: Musik wirkt sich oft auf unsere Laune aus und kann uns vor allem glücklich machen. Forschende haben dieses Phänomen jetzt untersucht. Und tatsächlich: Musik, die wir mögen, wirkt auf uns wie unser Lieblingsgericht.

Viele Musikliebhaber haben es wohl längst geahnt: Musik kann uns glücklich machen. Das haben Forschende aus Montreal in einer Studie herausgefunden. Dafür haben sie in unterschiedlichen Szenarien die Gehirnaktivität verschiedener Teilnehmer gemessen, wenn Musik lief. Das Ergebnis: Musik wirkt sich in hohem Maß auf unser Belohnungssystem aus.

"Das Besondere an unseren Ohren: Sie sind immer offen. Wir können nicht einfach weghören, so wie wir mit den Augen wegschauen können."
Klaus Kauker, Musikproduzent und Komponist

Klaus Klunker ist Musikproduzent und studierter Komponist. Er weiß: Der Musik können wir uns kaum entziehen, deshalb wirkt sie sich in irgendeiner Weise auf uns aus. "Alles was uns klanglich umgibt, wird in unserem Unterbewusstsein aufgenommen und irgendwie verarbeitet", erklärt der Musiker.

Gleiche Gehirnareale wie bei Drogenkonsum

Hören wir also Musik, die wir mögen, dann wird in unserem Gehirn das Belohnungssystem aktiviert - so wie es auch der Fall ist, wenn unser Lieblingsgericht vor uns steht. Glückshormone werden ausgeschüttet. Die Forschenden aus Montreal haben außerdem herausgefunden: Hören wir unsere Lieblingsmusik, werden Gehirnareale angesprochen, die auch beim Konsum von Drogen aktiviert werden.

"Das Wichtigste ist im Grunde die Melodie. Die steht im Vordergrund und bleibt haften."
Klaus Kauker, Musikproduzent und Komponist

Dabei wirkt Musik gleich auf mehreren Ebenen, erklärt Klaus Klunker: Einmal über den Rhythmus, der im Idealfall in den Körper gehe, zum anderen über Harmonien. Was allerdings im Vordergrund steht und auch für einen ordentlichen Ohrwurm sorgt: die Melodie. Die sorge dann auch für unsere gute Laune.

Mit Melodien beruhigen

Aber Melodien pfeifen macht nicht nur glücklich, sie kann uns in bedrohlichen oder beängstigenden Situationen auch beruhigen. Durch Pfeifen lässt sich das eigene Gehirn stimulieren und der Puls herabsenken, erklärt der Musik-Experte.

"Musik wirkt zuverlässig - und weckt automatisch Assoziationen."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk Nova

Wichtig dabei: Musik, die glücklich macht, muss nicht komplex sein. Viel wichtiger ist, dass sie sich gut nachpfeifen lässt oder Erinnerungen weckt.

Deshalb funktionieren auch Lieder mit Kultstatus als Gute-Laune-Booster auf einer Party so gut - oder eben in der Werbung. Denn auch das haben die Forschenden aus Montreal bestätigt: Musik wirkt zuverlässig - deshalb kommt sie auch in der Werbung gezielt zum Einsatz.