Stellt euch vor, ihr habt eine Million Euro auf dem Konto – würdet ihr das Geld mit anderen teilen? In der Ab 21 diskutieren wir darüber mit einer Millionärin, einem Philosophen und einer Frau, die sich ehrenamtlich engagiert.

Julia Wegner hilft seit Jahren in einem Verein, der Bedürftige unterstützt. Die 29-Jährige ist überzeugt: Um etwas der Gesellschaft zurückzugeben, muss man nicht wohlhabend sein. Reichtum verpflichte aber dazu.

Was es heißt, der Gesellschaft etwas zurückzugeben

Christina Hansen ist durch das Millionenvermögen ihrer Unternehmerfamilie finanziell unabhängig. Das Geld möchte die 30-Jährige aber so ausgeben, dass es auch anderen Menschen zugutekommt. Deshalb hat sie den offenen Brief "Millionaires for Humanity" unterzeichnet, in dem weltweit reiche Menschen fordern, dass Vermögende mehr Steuern zahlen.

"Wenn ich mir jetzt sagen würde: Ich habe mir das Geld selber erarbeitet – dann würde ich sehr viel weniger hart mit mir ins Gericht gehen."
Christina Hansen über die Tatsache, dass sie in eine reiche Familie hineingeboren wurde

Reichtum hat sehr viel mit Glück und Zufall zu tun, sagt Philosoph Christian Neuhäuser. Dadurch, dass wir in Deutschland geboren wurden, hätten wir schon ein sehr gutes Los in der Wohlstands-Tombola gezogen. Im Podcast erklärt Christian, inwiefern Reichtum ein moralisches Problem ist.

Fakten zu Reichtum und Ungleichheit

  • Laut einer neuen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind Reiche in Deutschland deutlich reicher als bisher angenommen: Das reichste Prozent der Bevölkerung besitzt rund 35 Prozent des Gesamtvermögens – bisher ist man von etwa 22 Prozent ausgegangen. Das lag unter anderem daran, dass diese Vermögensgruppe in Befragungen oft unterrepräsentiert war.
  • Wer in Deutschland reich ist, also mehr als eine Million Euro an Vermögen besitzt, ist höchstwahrscheinlich ein älterer Mann aus Westdeutschland, so die Statistik des DIW. Der Frauenanteil unter den Millionären liegt bei 31 Prozent, 14 Prozent haben Migrationshintergrund. Nur 6 Prozent der Vermögensgruppe stammen aus den neuen Bundesländern. 40 Prozent der Millionärinnen und Millionäre sind 65 Jahre alt oder älter. Unter den 18- bis 24-Jährigen gibt es keine Milllionäre.
  • Auch weltweit ist die soziale Ungleichheit immer noch unglaublich groß. Laut dem aktuellen Ungleichheits-Bericht von Oxfam besitzt die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nicht mal ein Prozent des globalen Vermögens. Umgekehrt besitzt das reichste Prozent der Weltbevölkerung 45 Prozent des globalen Vermögens. Die 2.153 Milliardärinnen und Milliardäre, die es aktuell weltweit gibt, verfügen gemeinsam über eine Summe von 8,7 Billionen US-Dollar – ausgeschrieben: 8.700.000.000.000.
Podcast zur Sendung
  • Ab 21
  • Moderator:  Utz Dräger
  • Gesprächspartnerin:  Christina Hansen, Millionärin
  • Gesprächspartner:  Christian Neuhäuser, Professor für Philosophie und Politikwissenschaft an der TU Dortmund
  • Gesprächspartnerin:  Julia Wegner, ehrenamtliche Helferin bei care4cologne