Nigel Farage will sein Leben zurück, Winona Ryder auch und Tobi Schlegl endlich einen Job mit Lebenssinn. Besser wäre doch, wenn es gar nicht erst soweit kommt. Wir haben gefragt: Wie klappt es mit der Work-Life-Balance?

Erst reichen Spaß und Erfolgserlebnisse, dann müssen es tonnenweise Kaffee sein, um im Job noch aufzudrehen. Manchmal geht nichts mehr. Theresa macht ihren Job in der Unternehmensberatung gern, weiß aber: Grenzen sind gut. Und damit kann man nicht früh genug anfangen.

Weil man für das Thema brennt

Theresa sagt aber: "Man tendiert ja gerade in der Probezeit dazu, wirklich alles zu geben, um den Job zu behalten und sich beweisen zu können." Reinhauen, sagt sie, sei wichtig - geht aber einfach nicht immer. Von daher empfiehlt sie, Selbstbewusstsein zu entwickeln, auch mal Nein zu sagen. Und eben nicht immer bei "höher, schneller, weiter" mitzumachen.

"Man wird häufig schief angeschaut auf dem Flur, wenn man früher geht. Oder man muss sich Kommentare anhören."
Theresa

Das sieht auch Karriereberaterin Wiebke Sponagel so. Sie ist spezialisiert auf Downshifting - das bewusste Kürzertreten im Job. Nein zu sagen müssten wir nicht nur lernen, sondern auch im Unternehmen etablieren und dabei klar machen, dass das keine Verweigerungshaltung ist. Stattdessen ginge es vielmehr darum Unterstützung zu bekommen, die Arbeit auch mal auf mehrere Schultern zu verteilen.

"Es ist wahrscheinlich das Beste, von vornherein gleich 'nein' zu sagen und die richtigen Grenzen zu setzen."
Wiebke Sponagel

Theresa meint, wenn es die Anerkennung gibt und Überstunden auch abgefeiert werden können, "dann hat man Bock zu arbeiten". Wiebcke Sponagel sagt, dass Downshifting ganz unterschiedliche Ausprägungen haben kann - je nachdem wo es hakt. Bei der eigenen Abgrenzung, dem Spaß am Job oder dem eigenen Zeitmanagement.

Was aber, wenn die Arbeit schon Broterwerb, Lebenssinn und Hobby ist? Jackpot? Für Hella ist das so: Die 36-Jährige arbeitet bei einer Tierschutzorganisation. Eigentlich nur in Teilzeit für knapp 1000 Euro netto monatlich, sie bringt aber jede Woche mehr Stunden quasi ehrenamtlich zusammen. Bisher stört sie das nicht.

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