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Zwei Wochen nach seinem ersten Video hat Youtuber Rezo Teil zwei seiner Videoreihe zur Bundestagswahl veröffentlicht. Diesmal geht es um die Klimapolitik. Für die Parteien hat der 29-Jährige wenig Lob.

Mit seinen Youtube-Uploads erreicht Rezo stets Aufmerksamkeit. Besonders viele Klicks erhalten seine Videos zur Politik in Deutschland und Europa. Vor zwei Wochen veröffentlichte Rezo "Zerstörung Teil 1: Inkompetenz" seiner Videoreihe zur Bundestagswahl. Am Sonntag ging das Video "Zerstörung Teil 2: Klima-Katastrophe" online.

Mit seinem neuen, knapp 33 Minuten langen Video richtet sich Rezo an eine ältere Zielgruppe. "Ihr, also die Älteren entscheidet über die Zukunft der jungen Generationen", verkündet Rezo zum Ende seines Videos.

Deutschlandfunk-Nova-Hauptstadtkorrespondent Frank Capellan schätzt den Schaden für die Unionsparteien im Wahlkampf gering ein, denn nach wie vor verfolgen vor allem junge Menschen den YouTuber. Und die habe die Union ohnehin verloren, sagt Frank Capellan.

Rezo erkläre seine Sicht auf den Umgang der Politik mit der Klimakrise, sagt unser Korrespondent. Die Politik unternehme zu wenig, um die Katastrophe aufzuhalten. Das sei Rezos Botschaft, so Frank Capellan.

Fast alle Parteien bekommen ihr Fett weg

Dafür knöpft sich Rezo fast alle Parteien vor, sagt Deutschlandfunk-Nova-Hauptstadtkorrespondent Frank Capellan. "Mit der AfD hält er sich nicht lange auf – die leugnet den Klimawandel, sagt Rezo." Die FDP kritisiert Rezo, indem er einen O-Ton von der ehemalige Generalsekretärin Nicola Beer einspielt. In der Aussage stellt sie in Abrede, dass Wetterextreme Folgen des Klimawandels sind. Und auch der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bekommt sein Fett weg.

"Olaf Scholz wollte das Klimaschutzgesetz noch entschärfen, sagt Rezo. Es wird nicht genug getan, sagt der Youtuber und belegt das mit Studien von Wissenschaftlern. "
Frank Capellan, Deutschlandfunk-Nova-Hauptstadtkorrespondent

Deutschlandfunk-Nova-Hauptstadtkorrespondent Frank Capellan beschreibt, dass sich Rezo vor allem an der Union abarbeite. So hebe Rezo die Werteunion in der CDU/CSU negativ hervor. Sie leugne nicht nur den wissenschaftlichen Konsens zur Klimakrise, sondern unterstütze auch Leugner der Klimakrise, sagt der Youtuber. "Sie redet auch davon, dass das alles nur so ne Verschwörung wär", sagt Rezo in die Kamera.

Frank Capellan ordnet ein, dass die Werteunion keine Parteiorganisation der CDU ist. In der Werteunion seien Mitglieder mit extremen Positionen vertreten, etwa der Rechtsaußenpolitiker Hans-Georg Maaßen, erklärt Korrespondent Frank Capellan.

Dem CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet wirft Rezo vor, die Kohleförderung in Nordrhein-Westfalen weiter vorantreiben zu wollen.

Rodung vom Hambacher Forst

Um das zu belegen, erklärt Rezo, dass Armin Laschet versucht habe, den Hambacher Forst weiter roden zu lassen, obwohl ihm alle Wissenschaftler gesagt hätten, dass diese Kohle nicht benötigt werde.

Obwohl das Video hohe Abrufzahlen hat, schätzt Frank Capellan die Auswirkungen für die Union im Bundestagswahlkampf nicht so hoch ein. Das sei bei Rezos ersten Video von 2019 vor der Europawahl anders gewesen.

"Mit seinem ersten Video hat Rezo der CDU schwer geschadet. In der Folge ist Annegret Kramp-Karrenbauer unter anderem wegen des Umgangs mit dem Video als Parteichefin zurücktreten."
Frank Capellan, Deutschlandfunk-Nova Hauptstadtkorrespondent

Die Wirkung der neuen Videos schätzt Frank Capellan nicht hoch ein. Das aktuelle Video könne man eher als Werbung für die Grünen betrachten, die gerade auf dem absteigenden Ast seien, ordnet Frank Capellan ein.