Twitter ist ein Sammelbecken, in dem Frauenhasser ihren Müll ins Internet blasen. Natürlich nicht ausschließlich, aber eben auch. Diese Sexismus-Trolle bekommen nun endlich eine gepfefferte Antwort: Zero Trollerance legt sich mit den dumpfen Anti-Feministen an.

Wer auf Twitter feministische Statements vertwittert, muss sich auf heftige Reaktionen einstellen: persönliche Beschimpfungen, Gewaltandrohungen, die Bezeichnung #FemNazi gehört noch zu den harmlosen Formulierungen. Twitter hat ein massives Problem mit sexistischen Trollen und bekommt es nicht in Griff.

Zero Trollerance will Twitter-Trolle bekehren

"Looks like you're trolling - need some help?" Mit diesem Spruch werden die Sexismus-Trolle nun aber zurückgetrollt. Zero Trollerance ist ein Projekt des Berliner Peng Collective, die sich auch schon mit Google und dem Öl-Konzern Shell angelegt haben. Nun wollen sie Anti-Sexismus auf witzige Art in die Öffentlichkeit bringen und - wenn möglich - vielleicht sogar den ein oder anderen Troll von seiner "Krankheit" heilen.

"Die identifizierten Trolle bekommen jeden Tag von uns ein kurzes, therapeutisches Video, das ihnen zu einem besseren Online- und Offline-Verhalten helfen wird."

Das Peng Collective hat ein Programm geschrieben, das sexistische Kommentare in vielen verschiedenen Sprachen von Deutsch und Englisch bis hin zu Urdu und Nigerianisch erkennen kann. Wer eine Frau sexistisch beschimpft, bekommt von einem von 160 Fake-Accounts nun Videos zugeschickt: Ein älterer Typ im schicken Anzug mit nicht so guten Zähnen erklärt, wie man ein besserer Mensch wird: "I will cure you!"

Das Projekt funktioniert ziemlich gut: Twitter ist voll von ZeroTrollerance-Tweets. Das Problem: Dieser Spam ist auf dem Zwitscher-Netzwerk eigentlich verboten und vermutlich werden demnächst einige der Fake-Accounts gelöscht werden - die Aktion von Peng Collective wird zu Ende sein, wenn der letzte Fake-Account verschwindet. Die Videos wird es dann aber immer noch geben und können dann selbst an Sexismus-Trolle geschickt werden.